„Ökologisch zu handeln muss kein Verzicht sein“

Extra / 19.11.2020 • 10:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ökopionierin Ingrid Benedikt, Dornbirn. Mitinitiatorin der Umweltwoche. Aktuelles Projekt: der „offene Kühlschrank“.
Ökopionierin Ingrid Benedikt, Dornbirn. Mitinitiatorin der Umweltwoche. Aktuelles Projekt: der „offene Kühlschrank“.

Pädagogin und Umweltaktivistin Ingrid Benedikt ist „Ökopionierin“.

DORNBIRN „We save the world“, „Clever einkaufen für die Schule“, „Das ganze Universum in meinem Garten“ oder „Sternstunden in der Natur“ titelten Vorträge und Fortbildungsveranstaltungen der Umweltpädagogin Ingrid Benedikt in Kindergärten und Schulen. Seit 1985 will ich beweisen, dass nachhaltig umweltbewusstes Verhalten nichts mit Verzicht zu tun hat, sondern dass neue Lebensqualität gewonnen werden kann. Dafür steht auch die Verleihung des VN-Klimaschutzpreises und ist oft Anstoß für viele Menschen mitzumachen.“ Neben zahlreichen Projekten ist die Gründung der BIONIK-Initiative in Dornbirn 1985–1997 hervorzuheben. „Ich war Sprecherin der Initiative. Wir standen im Werkhof und haben getrennte Abfälle/Wertstoffe der Bevölkerung entgegengenommen. Daneben wurden Informationsveranstaltungen, Aktionen und Schulungen zur Müllvermeidung durchgeführt. 14 Gemeinden haben sich angeschlossen. Ich organisierte die Vorarlberger Müllplattform mit 52 Vereinen, Initiativen, Parteien. Wir trugen dazu bei, dass das damals modernste Abfallwirtschaftsgesetz Mitteleuropas und die Mülltrennung für alle beschlossen wurden, sagte damals LR Hans-Dieter Grabher. Dafür gab’s 1987 den Dornbirner Umweltschutzpreis.“

2009 startete Ingrid Benedikt die WELTumWELTwoche und die Schulaktionstage, die 88 Veranstaltungen umfassten. „Mein Konzept sah die Beteiligung von Schulklassen vor, woraus dann die Vorarlberger Umweltwoche wurde.“ 11.000 Kinder und Jugendliche mit ihren Lehrpersonen aus allen Schultypen machten mit. Das aktuelle Projekt „Offener Kühlschrank – Lebensmittel sind kostbar“ soll der Lebensmittelverschwendung Einhalt gebieten.

Der „offene Kühlschrank“

Seit dem 3. Oktober 2018 steht der erste in der Stadtbücherei Dornbirn, seit dem 29. August 2020 gibt es einen offenen Kühlschrank auch in Feldkirch und seit dem 7. Oktober einen in Götzis. „Eine andere Welt ist möglich. Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst, mit anderen und der Umwelt ist der Schlüssel“, sagt Ingrid Benedikt nach dem brasilianischen Sprichwort: „Wenn ein Mensch alleine träumt, bleibt es ein Traum, wenn viele gemeinsam träumen, ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit.“

JURYBEGRÜNDUNG

Ingrid Benedikt setzt sich seit Jahrzehnten aktiv für Natur- und Klimaschutz ein, initiierte und begleitet unter anderem die Umweltwoche und betreibt aktuell ihr Projekt „offener Kühlschrank“.

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