Die Elektrifizierung der Trucks

Extra / 16.04.2021 • 10:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Laut Tesla-Geschäftsbericht soll noch Ende 2021 der erste Lkw Tesla Semi ausgeliefert werden. Foto: Tesla
Laut Tesla-Geschäftsbericht soll noch Ende 2021 der erste Lkw Tesla Semi ausgeliefert werden. Foto: Tesla

Die Vorteile von E-Nutzfahrzeugen für die Umwelt liegen auf der Hand: Sie verbrauchen im Betrieb keine fossilen Brennstoffe und stoßen kein CO2 aus. Es gibt allerdings noch einige Hürden in der Entwicklung zu nehmen.

Der Grundstein für eine klima- neutrale Zukunft wurde 2016 im Zuge des Klimaschutzabkommens von Paris gelegt: Bis 2050 soll der gesamte Verkehr der Mitgliedsstaaten emissionsfrei sein. Die EU zeigt sich hinsichtlich dessen zögerlich, will aber die durchschnittlichen CO2-Emissionen von schweren Nutzfahrzeugen im Jahr 2030 mindestens 30 Prozent unter das Niveau von 2019 drücken. Erreichbar werden die Ziele nur, wenn alternative Antriebsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Das bedeutet, dass die Elektrifizierung im Bereich der Nutzfahrzeuge in den kommenden Jahren und Jahrzehnten immer wichtiger wird. Welche Möglichkeiten stehen zur Verfügung und welche Innovationen zeigen das größte Potenzial?

Verschiedene Technologien

Stammt der Strom aus erneuerbaren Quellen, fahren E-Nutzfahrzeuge komplett sauber. Die Crux steckt allerdings in der Leistung des Akku. Um Elektro-Lkw für lange Strecken fit zu machen, werden deshalb verschiedene Antriebstechnologien getestet.

Kraftvollere Akkus

E-Trucks treiben die gängigen Lithium-Ionen-Akkus an ihre Grenzen. Denn umso mehr Reichweite eine Batterie mitbringt, desto größer und schwerer wird sie auch. Ingenieure weltweit tüffteln an Lösungen – darunter auch Tesla. Der E-Auto-Pionier verspricht das Problem durch seine neue Akkutechnik zu lösen: Der E-Truck Tesla Semi soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen und mit einer Reichweite von bis zu 1000 km glänzen, wie Tesla-Chef Elon Musk betont.

Antrieb mit Wasserstoff

Ein Energieträger der Zukunft könnte Wasserstoff und die damit betriebene Brennstoffzelle sein, welche Strom durch die Umwandlung von Wasserstoff und Sauerstoff erzeugt. Tesla-Konkurrent Nikola plant den E-Lkw Nikola Tre Ende 2023 als Brennstoffzellenfahrzeug anzubieten – mit einer Reichweite von 805 km pro Ladung Wasserstoff. Auch Newcomer Hyzon Motors Inc. setzt auf die Power des Wasserstoffs und möchte damit den Automobilsektor revolutionieren. Die
Vision: Durch die Allianz mit 61 anderen Unternehmen sollen bis 2030 europaweit bis zu 100.000 mit Wasserstoff an-getriebene Trucks und bis zu 1500 entsprechende Tankstellen entstehen.

E-Highways

Ein weiteres Konzept, um für mehr Reichweite zu sorgen, haben sich Entwickler bei der Bahn abgeschaut – die Oberleitung wurde adaptiert. Die Idee: Einzelne Streckenabschnitte auf Autobahnen werden mittels Oberleitung zu E-Highways aufgerüstet. Die E-Lkw können mittels Stromabnehmer während der Fahrt andocken, um Strom zu tanken und die Batterie zu entlasten. Das kontinuierliche Aufladen entlang der Elektrostraßen birgt ein enormes Potenzial für den Schwerlastverkehr. In Schweden, Deutschland und Italien laufen bereits Tests mit Oberleitungen auf Autobahnen – in Deutschland haben Lkw von Scania die Nase vorn. Welcher der umweltfreundlichen Antriebe sich in Zukunft durchsetzen wird, bleibt abzuwarten – die Elektrifizierung der Trucks schreitet jedoch unaufhaltsam voran.

Nikola plant den E-Lkw Nikola Tre Ende 2023 als Brennstoff-zellenfahrzeug anzubieten. Foto: ampnet
Nikola plant den E-Lkw Nikola Tre Ende 2023 als Brennstoff-
zellenfahrzeug anzubieten. Foto: ampnet