Der Mann und die Hormone

Gesund / 23.11.2012 • 11:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Unwohlsein beim Mann kann Testosteronmangel bedeuten. Foto: fotolia
Unwohlsein beim Mann kann Testosteronmangel bedeuten. Foto: fotolia

Mini Med Studium befasst sich mit Problemen des männlichen Hormonmangels.

Feldkirch. (VN-mm) Braucht der Mann Hormone? Dieser Frage geht Primar Dr. Andreas Reissigl, Leiter der Urologie im LKH Bregenz, beim letzten Mini-Med-Vortrag in heurigen Jahr nach. Wobei es vor allem um das Sexualhormon Testosteron geht, weil es für viele körperliche und seelische Vorgänge des Mannes verantwortlich ist. Abgeschlagenheit, nachlassende Libido und zunehmender Bauchspeck können ebenso Ursache von Testosteronmangel sein wie Muskelschwund und Osteoporose. Umfassendere Informationen dazu liefert der Mini-Med-Vortrag am Mittwoch, 28. November, im Panoramasaal des LKH Feldkirch.

Großer Einfluss

Testosteron ist ein Begriff, der uneingeschränkt mit Männlichkeit assoziiert wird. Tatsächlich beeinflusst es die Entwicklung des starken Geschlechts nicht unwesentlich. Beim Ungeborenen sorgt es für die Ausprägung der männlichen Geschlechtsorgane. In der Pubertät ist Testosteron für die Ausbildung der charakteristischen männlichen Eigenschaften verantwortlich und im Alter steuert das Hormon alle Sexualfunktionen. Zudem hat es Einfluss auf Stimmung und Wohlbefinden der Männer. So haben etwa Chefs quer durch alle Branchen einen höheren Testosteronspiegel. Ehemänner dagegen verfügen über niedrigere Testosteronwerte als beispielsweise Singles oder geschiedene Geschlechtsgenossen. Neben den Androgenen sind auch die Östrogene (weibliche Hormone) beim Mann von Bedeutung. Sie üben eine günstige Wirkung auf Blutgefäße und Fettstoffwechsel aus.

Mangel im Alter

Welcher Testosteronwert der richtige ist, lässt sich nicht so einfach beantworten. Denn ein gemessener Testosteronspiegel ändert sich mit dem Alter und im 24-Stunden-Rhythmus. Sicher hingegen ist, dass ein Testosteronmangel, der unter anderem durch eine Unterfunktion des Hodens zustande kommt, vielfältige Beschwerden und ernsthafte Erkrankungen auslösen kann. Die Symptome hängen davon ab, zu welchem Zeitpunkt das Hormondefizit aufgetreten ist, ob vor der Geburt, vor der Pubertät oder im Erwachsenenalter. Letzteres betrifft etwa ein Viertel aller Männer.

Die Symptome eines Hormonmangels können verschieden und wenig spezifisch sein: Abnehmende Leistungsfähigkeit, Konzentrationsschwächen, Depressionen, Muskelabbau, Schweißausbrüche, Impotenz oder Osteoporose.

Künstliche Hormone

Als Testosteron-Ersatz geeignet sind insbesondere Kapseln zum Einnehmen, Gel zum Auftragen auf die Haut und intramuskuläre Injektionen. Die Experten gehen mittlerweile von einem geringen Risiko für die Verstärkung des Wachstums eines allfällig vorhandenen Prostatakarzinoms aus. Doch PSA-Wert-Bestimmung und die regelmäßige Untersuchung auf einen Verdacht dafür sind auf jeden Fall notwendig.

Mini Med

Braucht Mann Hormone?

» Referent: Primar Univ.- Prof. Dr. Andreas Reissigl, LKH Bregenz

» Termin: Mittwoch, 28. November 2012, Panoramasaal LKH Feldkirch

» Beginn: 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr

» Eintritt und Parken in der LKH-Tiefgarage frei