Die Chirurgie auf neuen Wegen

Gesund / 11.10.2013 • 11:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Neue Technologien bringen dem Patienten auch in der Chirurgie neue, vor allem aber sanftere Einsatzmöglichkeiten. Foto: VN/Steurer
Neue Technologien bringen dem Patienten auch in der Chirurgie neue, vor allem aber sanftere Einsatzmöglichkeiten. Foto: VN/Steurer

Mini Med Studium informiert über schonende Verfahren in der Thoraxchirurgie.

Feldkirch. (VN-mm) Früher war fast jede Operation mit einem großen Schnitt verbunden. Gänzlich vermeiden lassen sich solche Eingriffe immer noch nicht. Doch inzwischen werden weite Bereiche der Chirurgie von schonenden bzw. minimal invasiven Verfahren dominiert. So auch die Brustkorbchirurgie (Thorax). Über die neuesten Trends informieren Primar Dr. Etienne Wenzl vom LKH Feldkirch und OA Dr. Werner Müller vom LKH Bregenz beim Mini Med Studium am Mittwoch, 16. Oktober, im Panoramasaal des LKH Feldkirch.

Geringere Belastung

Bei der minimal invasiven Chirurgie handelt es sich um Operationsmethoden, bei denen auf große Hautschnitte und Muskeldurchtrennungen verzichtet wird. „Stattdessen verwenden wir Fernsehkameras und speziell angefertigte Instrumente wie Scheren und Zangen, für die nur noch ganz kleine Schnitte erforderlich sind“, erklärt Etienne Wenzl. Damit und dank moderner Technologie lassen sich mittlerweile auch aufwendigere und größere Operationen im Brustkorb durchführen. Der Vorteil liegt vor allem in einer geringeren Belastung des Patienten durch den Eingriff selbst, in einer rascheren Erholung, einer geringeren Schmerzbelastung und einer insgesamt schnelleren Rehabilitation. Allerdings erfordern solche Operationen einen hohen technischen Aufwand sowie ein eingespieltes Team. Und sie sind teurer, wobei es sich laut Wenzl aber gegebenenfalls durch eine frühere und raschere Genesung des Patienten trotz allem rechnet. Die minimalinvasive Chirurgie weist nämlich auch deutlich geringere Komplikationsraten auf.

Trotzdem sind der „Schlüssellochchirurgie“ sogar heutzutage noch Grenzen gesetzt. Etwa durch Verwachsungen nach vorherigen Operationen, schweren entzündlichen Erkrankungen oder durch Ereignisse, die während eines Eingriffs auftreten. „Die Anwendung der minimal invasiven Chirurgie muss zwischen Patient und behandelndem Arzt besprochen und beurteilt werden“, betont Primar Wenzl.

Laparoskopische Eingriffe im Bauchraum sind das Thema von OA Dr. Werner Müller. Bei diesen Eingriffen wird über kleine Schnitte ein Zugang zur Bauchhöhle geschaffen, die Zugang für eine Kamera und Arbeitsinstrumente gewähren. „Die Bauchhöhle selbst wird durch eine Gasfüllung zum Arbeitsraum“, so der Chirurg. Moderne Stabkameras bringen Licht auf die inneren Organe und stellen auch kleine Strukturen in starker Vergrößerung auf Bildschirmen dar, was das präzise Arbeiten erleichtert.

Schnitte vermeiden

Neuere Entwicklungen zielen darauf ab, bereits bestehende Öffnungen am Körper als Zugang zu nutzen, um weitere Schnitte am Bauch zu vermeiden. Müller: „In der Praxis zeigt sich, dass mit neuen Geräten schon bestehende Öffnungen in der Bauchdecke, wie zum Beispiel ein Darmausgang oder eine Bruchlücke, gut als alleinige Zugänge für eine Rückoperation oder als Arbeitskanal für andere Operationen genutzt werden können.“

Die Evaluierung und Einführung neuer Zugangsstrategien ist für den Patienten sicherer, wenn ein hohes Maß an laparoskopischen Fertigkeiten in einem Team von Chirurgen vorhanden ist. Das sei Grundlage dafür, dass neue minimal invasive Methoden zügig in das chirurgische Repertoire aufgenommen und dem Patienten angeboten werden können.

Mini Med

Die neuesten Trends in der Chirurgie – Die medizinische Revolution der schonenden Operationsverfahren

Referenten: Primar Univ.-Prof. Dr. Etienne Wenzl, LKH Feldkirch, OA Dr. Werner Müller, LKH Bregenz

Termin: Mittwoch, 16. Oktober 2013, LKH Feldkirch, Panoramasaal

Beginn: 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr

Eintritt und Benützung der Parkgarage für Mini-Med-Besucher frei