Die Abwehrschlacht im Körper

Mini Med Studium informiert über Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystems.
Feldkirch. (VN-mm) Schwächelt das Immunsystem, schwächelt auch der Mensch. Das spürt er spätestens dann, wenn eine Infektion die nächste jagt. Besonders am Beginn der kühleren Jahreszeit wird häufig empfohlen, das Immunsystem auf Vordermann zu bringen, um gegen die Abwehrschlacht im Körper gerüstet zu sein. Doch weit sinnvoller wäre es, dies kontinuierlich zu tun. Geschützt und zu Höchstleistungen angeregt wird das Immunsystem sowohl durch Basismaßnahmen als auch durch spezifische Maßnahmen, wie Univ.-Prof. Dr. Reinhard Würzner beim Mini Med Studium am kommenden Mittwoch erklären wird. Der Referent arbeitet im Departement für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der MedUni Innsbruck. Die Veranstaltung findet im Panoramasaal des LKH Feldkirch statt.
Körperliche Fitness
Zu den Basismaßnahmen für ein starkes Immunsystem gehören laut Reinhard Würzner das Erreichen eines Status gesundheitlichen Wohlbefindens, körperliche Fitness, der Verzicht auf Drogen und Nikotin, ein mäßiger Alkoholkonsum sowie eine „perfekte“ Umgebung für Arbeit, Freizeit und Schlaf. „Auch die Hygiene spielt eine Rolle“, betont der Experte. Dies gilt sowohl für Lebensmittel wie auch Wasser und da vor allem im Urlaub. Auch Smoggebiete sollten tunlichst gemieden werden. Spaziergänge in Wäldern sind dem Immunsystem deutlich zuträglicher.
Persönliche Hygiene
Ein weiteres gutes Training stellt die persönliche Hygiene dar. Zu der da gehört: Hände öfters gründlich mit Seife waschen, keine Stoff-, sondern Einmalhandtücher verwenden, Stoff- den Einmaltaschentüchern vorziehen, korrektes Niesen in die Armbeuge, gegebenenfalls auf das Händeschütteln verzichten, Desinfektionsgels oder
–sprays benutzen, Menschenansammlungen meiden. Bei Epidemien rät Würzner unter anderem zum Mundschutz. Außerdem sollten öffentliche Verkehrsmittel gemieden werden. „Safer Sex“ gehört ebenfalls zu den Maßnahmen, die das Immunsystem schützen. Deshalb Kondome verwenden, sie bewahren vor HP-Viren, HI-Viren, Hepatitis B und lästigen Chlamydien.
Wichtige Impfungen
Immer noch häufig unterschätzt bzw. öfter kritisiert wird der Nutzen von Impfungen für das Immunsystem. Dabei haben sie enorme Bedeutung. „Erwachsene sollten sich alle 10 Jahre gegen Diphtherie, Tetanus, Polio, Pertussis sowie Hepatitis A und B impfen lassen, insbesondere vor Reisen und da sogar ins nahe südliche Ausland“, empfiehlt Prof. Reinhard Würzner. In Vorarlberg ist inzwischen auch die Impfung gegen die Zeckenkrankheit FSME obligat geworden. Sie sollte alle 3 bis 10 Jahre aufgefrischt werden. Personen unter 30 Jahren rät der Hygieniker zusätzlich zur Masern-Mumps-Röteln-, Meningokokken- sowie HPV-Impfung. Älteren Erwachsenen (ab 50) legt er außerdem die Impfungen gegen Influenza, Pneumokokken und Herpes Zoster (Gürtelrose) nahe. Schwangere sollten gegen Pertussis, Meningokokken, Influenza und Pneumokokken geimpft sein, Tropenreisende zumindest gegen Hepatitis A und Typhus.
Mini Med
Täglicher Krieg im Körper – Angriffe von Bakterien und Viren: Wie trainiere ich meine Immunabwehr?
Referent: Ao. Univ.-Prof. Dr. Reinhard Würzner, Departement für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der MedUni Innsbruck
Termin: 9. April 2014, Panoramasaal des LKH Feldkirch
Beginn: 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr
Eintritt frei, auch das Parken in der LKH-Tiefgarage ist für Mini Med-Besucher gratis