Marlies Mohr

Kommentar

Marlies Mohr

Bevor es zu spät ist

Gesund / 06.06.2014 • 11:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die virtuelle Kauflust hat Hochkonjunktur. Die einen schreien vor Glück, weil’s online angeblich günstiger ist. Andere machen’s der Bequemlichkeit wegen. Inzwischen gedeiht der Internethandel in nahezu allen Branchen. Selbst der Versand von Arzneimitteln, obwohl offiziell erst ab 2015 zugelassen, blüht schon wie das Veilchen am Wegesrand. Findige Köpfe nehmen derzeit einfach noch den Weg über Tschechien. Und die Konsumenten müssen, wenn’s denn unbedingt billiger sein soll, eben darauf vertrauen, dass Originalware drinnen ist, wo Originalware draufsteht.

Der Trend zum Online-Handel wird sich vermutlich auch in diesem Segment kaum stoppen lassen. Fragt sich nur, wie lange das die Apotheken im Ort aushalten. Schließlich leben die zu einem Gutteil von nicht rezeptpflichtigen Medikamenten. Wird es ihnen irgendwann so ergehen wie den Dorfläden, von denen die meisten nur noch da sind, weil sie mit Fördergeld künstlich am Leben erhalten werden? Und was ist mit jenen Menschen, die keinen Computer bedienen können oder wollen? Ältere Menschen, die lieber von Angesicht zu Angesicht bedient werden möchten, die im Schwätzchen ein bisschen soziale Wärme suchen?

Vielleicht denken Sie auch daran, wenn Sie wieder einmal bequem von der Couch aus auf „Senden“ drücken. Aber bevor es zu spät ist.

marlies.mohr@vorarlbergernachrichten.at

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