Von null auf 3312 Meter Höhe

Gesund / 22.08.2014 • 09:48 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für das Projekt Piz Buin stehen neben persönlichen Trainingseinheiten auch zehn gemeinsame Bergtouren auf dem Programm.  Foto: Markus Greif
Für das Projekt Piz Buin stehen neben persönlichen Trainingseinheiten auch zehn gemeinsame Bergtouren auf dem Programm. Foto: Markus Greif

ÖBB-Lokführer sind „xund“ unterwegs. Im September nehmen sie das Abenteuer Piz Buin in Angriff.

Wolfurt. (VN-ger) Knapp 770 benannte Berggipfel gibt es in Vorarlberg. 300 davon hat Markus Greif (48) bereits erklommen. Darunter auch den höchsten Berg im Land, den Piz Buin. „Als ich oben gestanden bin, war das eine richtig tolle Belohnung“, erinnert sich der begeisterte Sportler. Ein Erlebnis, das der ÖBB-Gesundheitscoach unbedingt mit seinen Kollegen teilen wollte. „Mit dem Hintergedanken, dass sie halt auch dafür trainieren müssen“, merkt er an.

Seit 2009 gibt es in jeder ÖBB-Gesellschaft ein integriertes betriebliches Gesundheitsmanagement. Ziel von „Xund fürs Leben“ ist es, die Gesundheit zu stärken, das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu verbessern und Krankheiten vorzubeugen. In Vorarlberg werden die Mitarbeiter von zwei Gesundheits- und drei Bewegungscoaches regelmäßig zu Sport und Bewegung motiviert.

Auf dem Programm stehen Nordic Walking, Lauftrainings, Wanderungen, Schwimmkurse, Skitouren, Schneeschuhwanderungen, Rodelpartien, Radausflüge, Biketouren, Bowlingabende oder Bogenschießveranstaltungen.

Seit März diesen Jahres haben 15 ÖBB-Lokführer und vier Ehefrauen außerdem ein ganz besonderes Ziel vor Augen: Den 3312 Meter hohen Piz Buin.

Da Vorbereitung bekanntlich die halbe Miete ist und von nichts nichts kommt, muss jeder Teilnehmer bei mindestens vier von zehn gemeinsamen Bergtouren dabei sein und mindestens einmal pro Woche eine Stunde lang seine Ausdauer trainieren. Kontrolliert wird Letzteres via „WhatsApp“. „Die Teilnehmer machen ein Selfie und schicken es an die Wandergruppe Piz Buin“, erläutert Markus Greif.

Die absolvierten Trainingsstunden, Kilometer, Höhenmeter und die verbrauchten Kalorien werden anschließend in einer Excel-Tabelle gesammelt und ausgewertet. Mitarbeiter, die nicht auf Anhieb regelmäßig dabei waren, wurden vom Gesundheitscoach immer wieder daran erinnert und motiviert. Ist dir das schon ernst? Möchtest du schon mit? „Das klappt jetzt relativ gut“, zeigt sich der 48-Jährige erfreut. Unterstützt wird das Projekt Piz Buin unter anderem von der Initiative Sicheres Vorarlberg (SiVo), die den ÖBBlern für die Tour zwei Bergführer sowie anderen Firmen die Projektunterlagen zur Verfügung stellt.

110.000 Kalorien

Bis dato haben die 19 ÖBB-Gipfelstürmer knapp 110.000 Kalorien verbraucht sowie 1900 Kilometer und 65.000 Höhenmeter zurückgelegt – Erfolgserlebnisse inklusive: „Wir haben einige im Team, die vorher überhaupt keinen Sport gemacht haben und jetzt begeistert dabei sind. Die Lebensgefährtin eines Lokführers hat sogar angefangen zu rennen und hat beim Frauenlauf mitgemacht“, berichtet der Gesundheitscoach. Mit der Bewegung wurden laut Greif außerdem das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung geweckt und das Betriebsklima verbessert. „Man redet wieder mehr miteinander und vor allem auch private Sachen.“

Ob alle Teilnehmer den höchsten Berg Vorarlbergs bezwingen können, wird sich am 15. September weisen. Da erfolgt um sieben Uhr morgens der Startschuss auf der Wiesbadner Hütte. Geplante Gehzeit (Wiesbadener Hütte – Piz Buin – Wiesbadener Hütte – Silvrettastausee): zehn Stunden.

Einige haben vorher überhaupt keinen Sport gemacht und sind jetzt begeistert dabei.

Markus Greif

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