Ohren als Schlüssel zu guter Kommunikation

Gesund / 03.03.2017 • 09:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wer sein Gehör testen lässt, tut auch sich selbst viel Gutes. Foto: vn/hofmeister
Wer sein Gehör testen lässt, tut auch sich selbst viel Gutes. Foto: vn/hofmeister

Schlechtes Hören beeinträchtigt die Betroffenen und hat auch andere Auswirkungen.

Graz. Weltweit sind immer mehr Menschen von einer Hörminderung betroffen. Diese Entwicklung hat auch volkswirtschaftliche Auswirkungen. Hörakustikexperte Lukas Schinko von Neuroth klärt anlässlich des „Welttags des Hörens“, der gestern, Freitag, begangen wurde, auf und gibt Vorsorgetipps.

„Was hast du gesagt?“ Eine Frage, die im Alltag immer wieder zu hören ist. In Österreich ist rund jeder Fünfte von einer Hörminderung betroffen. Schätzungen zufolge tragen weltweit aber nur knapp 25 Prozent der Menschen mit Hörminderung auch Hörgeräte. „Leider dauert es im Schnitt bis zu zehn Jahre, bis sich Betroffene nach HNO-ärztlicher Diagnose mit Hörgeräten versorgen lassen“, weiß Lukas Schinko.

Stigma abbauen

Dabei zeitigt eine unbehandelte Hörminderung nicht nur körperliche Folgen für die Betroffenen, sondern auch volkswirtschaftliche Auswirkungen: So zeigen im Vorjahr durchgeführte Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass die internationale Hörgeräte-Unterversorgung jährliche Kosten in Höhe von rund 710 Milliarden Euro verursacht, etwa durch den Verlust kognitiver Fähigkeiten, durch Depressionen, Verletzungen oder Berufsunfähigkeit. „Umso wichtiger ist es, Aufklärungsarbeit zu leisten, um das Stigma von Hörgeräten weiter abzubauen“, betont der Hörakustikexperte. Und er ergänzt: „Eine Hörminderung geht uns alle an. Verstärkte Hörvorsorge ist gefragt.“

Tipps zum Thema Hörvorsorge:

Stärkeres Bewusstsein für den Hörsinn entwickeln: „Unser Gehör ist 24 Stunden pro Tag im Einsatz und damit eines der wichtigsten Sinnesorgane. Unsere Ohren sind der Schlüssel zu gelungener Kommunikation. Leidet das Gehör, leidet auch das Zwischenmenschliche. Die Angst vor einer Hörminderung bzw. vor Hörgeräten ist jedoch nach wie vor groß, obwohl Hörgeräte von heute sehr klein und einfach zu bedienen sind.“

Sich rechtzeitig mit Hörgeräten versorgen lassen: „Ein regelmäßiger Hörtest bei einem HNO-Arzt oder Hörgeräteakustiker ist wichtig. Je länger man mit der Hörgeräte-Versorgung wartet, desto schwieriger ist der Weg zurück zu besserem Hören. Denn das Gehirn verlernt das Hören und Sprachverstehen zunehmend.“

Die Ohren im Alltag bestmöglich schützen: „Da unser Alltag immer lauter wird, sollte man seinen Ohren regelmäßige Ruhepausen gönnen. Präventiv hilft insbesondere ein Gehörschutz, der am besten individuell angepasst wird und den es beim Hörakustiker für verschiedenste Lebensbereiche gibt. Das reicht vom Konzertbesuch über das Arbeiten im Großraumbüro bis zur Jagd.“

Der „Welttag des Hörens“:

Der „Welttag des Hörens“ („World Hearing Day“ bzw. „International Ear Care Day“) ist ein internationaler Aktionstag, mit dem die Weltgesundheitsorganisation alljährlich am 3.3. (das Datum soll an zwei Ohren erinnern) auf die Bedeutung des Gehörs und die Versorgung von Hörminderungen hinweisen möchte. Der Welttag wurde erstmals im Jahr 2007 auf der „Ersten Internationalen Konferenz zur Prävention und Rehabilitation von Hörminderungen“ in Peking ins Leben gerufen.