Rezept für den Start in eine sorgenfreie Zukunft als Mediziner

Gesund / 30.06.2017 • 09:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Speziell bei den Allgemeinmedizinern gilt es, Informationen zu vermitteln und Jungärzte für diese Arbeit zu begeistern. Foto: apa
Speziell bei den Allgemeinmedizinern gilt es, Informationen zu vermitteln und Jungärzte für diese Arbeit zu begeistern. Foto: apa

Ärztekammer für Vorarlberg bietet Mentoring-Projekt für Jungärzte an.

Dornbirn. Die Gesundheitspolitik steht vor der Herausforderung, die medizinische Nahversorgung auch in Zukunft zu sichern. Ärztemangel, Pensionierungswelle und gesellschaftliche Veränderungen haben das Gesundheitswesen verändert. Ende April startete die Ärztekammer für Vorarlberg mit dem Gemeindeverband eine Initiative, um den aktuellen Entwicklungen entgegenzuwirken. Mit dem Mentoring-Projekt wurde ein weiterer Schritt dieser Initiative präsentiert.

Der Andrang zur ersten Informationsveranstaltung war groß. Ausbildungsärzte als auch erfahrene Kollegen nutzten den Abend, um sich über das Projekt zu informieren und erste Kontakte zu knüpfen. Im Anschluss an den Impulsvortrag wurde beim Networking bereits an ersten Mentoring-Teams gebastelt.

Das Konzept hinter der Idee

Beim Mentoring geht es neben dem Austausch von Fachwissen vor allem um die Weitergabe von Erfahrungswerten. Junge Mediziner stehen schon am Anfang ihrer Berufslaufbahn vor wichtigen Entscheidungen. Es stehen viele Fachrichtungen zur Auswahl, und auch die Möglichkeit, in den niedergelassenen Bereich zu wechseln, steht im Raum. Oftmals fehlen aber Informationen und Erfahrungswerte. „Mit dem Mentoring-Projekt wollen wir eine Plattform bieten, wo sich junge Ärztinnen und Ärzte mit erfahrenen Berufskollegen austauschen können, um zusätzliche Perspektiven kennenzulernen“, erklärt Michael Baier, Turnusärztevertreter am Landeskrankenhaus Bludenz, den Sinn des Projekts. „Das Mentoring kann von den Beteiligten frei gestaltet werden, somit kann gezielt auf jeden einzelnen eingegangen werden.“

Nachwuchs fördern

Mit Hilfe des Mentoring-Projekts sollen für alle medizinischen Bereiche Nachfolger gefunden werden. Besonders der Berufsstand der Allgemeinmediziner benötigt dringend Jungärzte und -ärztinnen, die sich dieser breitgefächerten Aufgabe stellen. In den nächsten Jahren werden viele Praktiker in Pension gehen. Dem drohenden Versorgungsengpass im allgemeinmedizinischen Bereich soll das Mentoring-Projekt entgegenwirken, indem es jungen Medizinern den Schritt in den niedergelassenen Bereich erleichtert. „Wir hoffen mit diesem Projekt einen weiteren Schritt zur Stärkung unseres Berufsstands zu schaffen. Alle ärztlichen Bereiche brauchen Nachwuchs, nur gemeinsam können wir diese Aufgabe bewältigen“, unterstreicht Thomas Jungblut, Mitinitiator des Projekts, die Wichtigkeit des Mentorings.

Online-Profil für Mentoren

Interessierte Ärztinnen und Ärzte, die Mentoren sein möchten, können sich über die Vorarlberger Ärztekammer per E-Mail (mentoring@aekvbg.at) anmelden. Im Anschluss wird ein Onlineprofil erstellt, welches von allen Jungmedizinern eingesehen werden kann. „Um Mentor zu sein, benötigt man keinerlei gesonderte Ausbildung. Die Ärztekammer steht außerdem immer als zentrale Anlaufstelle zur Verfügung, wenn einmal Fragen auftauchen, die nicht vom Mentoring-Team selbst geklärt werden können“, ergänzt Baier. „Es haben sich bereits viele erfahrene Kolleginnen und Kollegen bereit erklärt, Mentor zu werden. Denn Mentoring ist auch für sie eine tolle Möglichkeit, Neues kennenzulernen und die eigene Arbeit zu reflektieren“, meint Jungblut.

Für die Zukunft sind weitere Veranstaltungen geplant, um vor allem das Networking zwischen der jungen und der erfahrenen Medizinergeneration zu fördern.

Das Mentoring ist auch für erfahrene Kolleginnen und Kollegen eine gute Möglichkeit, Neues zu lernen.

Michael Baier