Hygienetag stand ganz im Zeichen der Vermeidung von Infektionen

Weltgesundheitsorganisation erließ für Operationssäle neue Richtlinien.
Feldkirch. Zum Vorarlberger Hygienetag im Landeskrankenhaus Feldkirch konnten auch heuer wieder rund 150 Mitarbeiter aus allen Bereichen des Gesundheitswesens begrüßt werden. Die Veranstaltung wird von der ARGE Hygiene Vorarlberg organisiert und befasst sich mit den jeweils aktuellsten Hygienethemen. Das Programm dieses Jahr beinhaltete die Themen Impfen, Hepatitis C als anzeigepflichtige Krankheit und OP-Hygiene bzw. das Vermeiden von postoperativen Wundinfektionen. Der Hygienetag dient als Plattform zur Diskussion und zum Erfahrungsaustausch zwischen Fachleuten.
Durchschaubare Argumente
Der erste Programmpunkt lautete „Das Verwirrspiel rund ums Impfen“. Als Hauptreferentin trat Katia Boggian, stellvertretende Chefärztin für Infektiologie und Spitalshygiene am Kantonsspital St. Gallen, auf. In ihrem Vortrag stellte sie die aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse rund ums Impfen vor. Sie zeigte aber auch auf, mit welchen leicht durchschaubaren Argumenten und Strategien Personen arbeiten, die gegen Impfungen mobilisieren und damit zu einer Verunsicherung der Bevölkerung beitragen Ein immer aktuelles Thema ist auch die Vermeidung von Infektionen, die bei einer Operation entstehen können.
Miriam Kalcher, Hygienefachkraft an den Landeskrankenhäusern Hohenems und Bludenz, stellte die neuesten Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) vor. So etwa wird eine aufwändige raumlufttechnische Anlage für Operationssäle nicht mehr als erforderlich erachtet. Eine andere neue Richtlinie gilt im Operationssaal: Händewaschen mit Seife vor der Händedesinfektion kann diese negativ beeinflussen, deshalb wird empfohlen, die Hände nur kurz mit Wasser zu reinigen. Wichtige Informationen gab es auch für die Patientenseite. Im Bereich der OP-Stelle darf vor der Operation keine Rasur durchgeführt werden, da hier die Gefahr einer Verletzung der Haut gegeben ist und es dadurch vermehrt zu Infektionen kommen kann. Das bedeutet, dass die Haare an der betreffenden Stelle nur gekürzt werden dürfen, etwa mittels Haarschneidemaschine. Ein praktisches Beispiel: Patienten sollten auf keinen Fall zu Hause noch schnell die Beine rasieren, bevor sie ins Krankenhaus zur Krampfaderoperation kommen.
Abgerundet wurde der fachliche Teil mit Vorträgen zum Thema Hepatitis C und der Vorstellung von Fallbeispielen aus der alltäglichen Hygienepraxis. Zurzeit werden am Institut für Krankenhaushygiene und Infektionsvorsorge der Vorarlberger Landeskrankenhäuser Schulungsvideos zu den wichtigsten Hygienethemen gedreht.
Aktuelles Hygienewissen
Die ARGE Hygiene Vorarlberg veranstaltet seit 2004 den Hygienetag für Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunktthemen. Die Arbeitsgemeinschaft wurde 1999 von Hans Hirschmann gegründet. Ihr gehören Vertreter aus allen Bereichen der Hygiene im Gesundheitswesen an. Mitarbeiter aus Hygieneteams der Spitäler, Amtsärzte und weitere am Thema Interessierte treffen sich vier Mal pro Jahr zum Erfahrungsaustausch und zur Bearbeitung aktueller Fragestellungen. „Ziel ist es, die Krankenhaushygiene in Vorarlberg auf einem einheitlich hohen Niveau zu halten. Dazu dient die Vermittlung des aktuellsten Hygienewissens, die Vernetzung der Hygieneakteure sowie die Abstimmung der relevanten Maßnahmen zum Schutze der Patienten und Mitarbeiter vor Infektionen.“
Patienten sollten keinesfalls zu Hause die Beine rasieren, bevor sie zur Krampfadern-OP kommen.
Miriam Kalcher