Ein Fall für uns alle
Mein Hund ist, weil noch relativ jung bzw. in Menschenjahren gerechnet gerade in der Pubertät, ein richtiger Staubsauger. Alles, was ihm vor die Schnauze kommt, weckt seine Neugier und seinen Appetit. Besonders angetan haben es ihm Papiertaschentücher, die zuhauf entlang der Wege liegen. Mein Vierbeiner könnte sich glatt davon ernähren. Irgendwann wäre er dann ein weiches, schwarzes Zellulosebündel.
Ich weiß ja nicht, warum es so schwierig ist, seinen Abfall dort zu entsorgen, wo er hingehört. In die Tonne zu Hause oder wenigstens in den Mülleimer am Straßenrand. Andererseits gibt es vermutlich nichts Einfacheres, als so ein federleichtes Etwas fallenzulassen. Macht keinen Lärm, segelt nur still und leise zu Boden. Und bleibt dort liegen. Bis mein Hund kommt, bis jemand anderer kommt, der es wegmacht oder bis es verrottet. Haben Sie schon einmal überlegt, wie lange das dauert? Es gibt unterschiedliche Aussagen dazu. Die einen reden von einem halben Jahr, andere von bis zu fünf Jahren. Egal wie. In dieser Zeit sammeln sich Berge von Papiertaschentüchern an. Von anderen Auswürfen der Wegwerfgesellschaft ganz zu schweigen. Eine intakte Umwelt bedeutet aber Lebensqualität. Sie zu erhalten ist deshalb ein Fall für alle. Räumen wir wenigstens vor der eigenen Haustüre auf. Dann wäre schon viel geschafft.
Marlies Mohr
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