Gesunder Schlaf, gesundes Altern

15.03.2019 • 09:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein guter Schlaf ist Goldes wert. Doch nicht immer kommt das Sandmännchen so brav und zuverlässig, wie man es gerne hätte.vn/lerch
Ein guter Schlaf ist Goldes wert. Doch nicht immer kommt das Sandmännchen so brav und zuverlässig, wie man es gerne hätte.vn/lerch

Schlafmangel kann zu gravierenden Erkrankungen führen.

Innsbruck Guter Schlaf ist eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit. Schlafmangel kann zu gravierenden Erkrankungen führen und verhindert ein gesundes Altern. Eine der renommiertesten Schlafforscherinnen weltweit ist Birgit Högl 56). Die Leiterin des Schlaflabors an der Innsbrucker Uniklinik für Neurologie wird im September 2019 erste österreichische Präsidentin der Welt-Schlaf-Gesellschaft.

Globale Herausforderung

Der Welt-Schlaf-Tag, heuer am 15. März, macht jedes Jahr auf die Bedeutung der Schlafqualität für die Gesundheit aufmerksam. Die Kampagne stand diesmal unter dem Motto „Gesunder Schlaf = Gesundes Altern“. Schlafstörungen sind eine globale Herausforderung: Rund 45 Prozent der Weltbevölkerung haben Schlafprobleme. „Den meisten Schlafstörungen kann vorgebeugt werden oder sie sind behandelbar, aber nicht einmal ein Drittel der Betroffenen nimmt professionelle Hilfe in Anspruch“, erklärt Birgit Högl, Leiterin des Schlaflabors an der Uniklinik für Neurologie.

Das Schlaflabor in Innsbruck zählt zu den modernsten in Europa. Rund 4000 Patienten werden an der von Högl geleiteten Einrichtung pro Jahr stationär und ambulant behandelt. Högl und ihr Team haben sich so schon um den Schlaf vieler Menschen verdient gemacht, jetzt erhält die Universitätsprofessorin für Neurologie mit dem Schwerpunkt Schlafmedizin auch eine große internationale Anerkennung. Auf dem Jahreskongress der
World-Sleep-Society im September in Vancouver wird sie zur Präsidentin ernannt. Eine große Auszeichnung für die renommierte Ärztin und Forscherin, die mit über 250 Publikationen dazu beigetragen hat, das Verständnis und die Behandlung von Schlafstörungen weltweit zu verbessern. Die World-Sleep-Society (WSS) wurde 2016 gegründet und setzt weltweite Aktivitäten, um auf die Bedeutung der Schlafgesundheit aufmerksam zu machen.

Zellalterung und Schlafqualität

Ein Drittel ihres Lebens verbringen Menschen mit Schlaf. Jetzt zeigen aktuelle Forschungsergebnisse zum obstruktiven Schlafapnoesyndrom (OSA), welche gravierenden Folgen Schlafmangel haben kann. Die Betroffenen haben eine schlafbezogene Atmungsstörung, es kommt zu Atemaussetzern in der Nacht. Rund vier Prozent der erwachsenen Bevölkerung leiden daran. Aktuelle Studien zeigen, dass das obstruktive Schlafapnoesyndrom zu einer DNA-Veränderung führt. Die Chromosomenenden sind durch Telomere geschützt. Wenn diese Proteine verkürzt sind, führt dies zu einer frühzeitigen Zellalterung und auch das Risiko, an Krebs zu erkranken, ist erhöht. Eine Studie mit Patienten mit obstruktivem Schlafapnoe­syndrom hat gezeigt, dass bei ihnen die Telomer-Länge verkürzt ist. „Wir gehen davon aus, dass die Schlafapnoen dazu beitragen, dass Zellen schneller altern“, erklärt Birgit Högl. In einem Schlaflabor kann die Erkrankung diagnostiziert werden, und mittlerweile stehen auch gute Behandlungsmethoden zur Verfügung, betont die Expertin.