Hände waschen rettet Leben

03.05.2019 • 06:38 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
An den LKH Bregenz, Bludenz, Hohenems und Rankweil kann man mittels Didaktobox die Händedesinfektion unmittelbar kontrollieren: Das Test-Händedesinfektionsmittel ist mit einem Farbstoff (Fluorescein) vermischt, welches unter UV-Licht sichtbar wird.
An den LKH Bregenz, Bludenz, Hohenems und Rankweil kann man mittels Didaktobox die Händedesinfektion unmittelbar kontrollieren: Das Test-Händedesinfektionsmittel ist mit einem Farbstoff (Fluorescein) vermischt, welches unter UV-Licht sichtbar wird.

Am 5. Mai ist Welttag der Händehygiene: Landeskrankenhäuser starten Aktionswoche.

Feldkirch Im Jahr 2009 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Welttag der Händehygiene ausgerufen. Der 5. Mai wurde dabei nicht zufällig gewählt: Er soll die beiden Hände mit jeweils fünf Finger symbolisieren und so dabei helfen, sich besser an den Tag zu erinnern. Denn: „Händedesinfektion ist eine einfache und wichtige Maßnahme, sich und andere vor gefährlichen Infektionen zu schützen“, sagt Hans Hirschmann vom Institut für Krankenhaushygiene und Infektionsvorsorge der  Vorarlberger Landeskrankenhäuser. Ab 6. Mai ist daher eine Aktionswoche an den Standorten Bregenz, Bludenz, Hohenems und Rankweil geplant. Im Zeichen der Händehygiene steht auch der Vorarlberger Hygienetag (17. Mai).

Schutz vor Infektionen

Die Händehygiene, konkret hygienische und chirurgische Händedesinfektion, trägt laut WHO ganz wesentlich zum Schutz der Patienten sowie Mitarbeiter vor Infektionen bei und wird als wichtigste Einzelmaßnahme zur Infektionsvermeidung bezeichnet. „Der 5. Mai ist Auftakt für eine besondere Aktion in den Vorarlberger Landeskrankenhäusern: Unser Team der Krankenhaushygiene möchte wieder einmal auf die Bedeutung der richtigen Händedesinfektion für Mitarbeiter aufmerksam machen und nützt den Welttag der Händehygiene als Basis für Bewusstseinsbildung in allen Landeskrankenhäusern“, erläutert Hirschmann. Dass die Händehygiene und -desinfektion einen hohen Stellenwert in den Landeskrankenhäusern habe, zeigen unter anderem die jährlich knapp über 20.000 Liter an Desinfektionsmitteln, die verbraucht werden.

Aktionswoche

In der Woche vom 6. bis 10. Mai machen die Mitarbeiter des Instituts für Krankenhaushygiene und Infektionsvorsorge in den Vorarlberger Landeskrankenhäusern durch verschiedene Aktionen auf die Händehygiene aufmerksam. Unter anderem wird mit der sogenannten Didaktobox (Gerät mit UV-Lampen) der Erfolg der Händedesinfektion im wahrsten Sinn des Wortes sichtbar gemacht: „Es wird der unsichtbare Farbstoff Fluorescein, der unter UV-Licht leuchtet, in das Desinfektionsmittel gegeben. Nach der Händedesinfektion können dann die Mitarbeiter mit Hilfe der Didaktobox erkennen, ob auch tatsächlich an allen Stellen der Hände das Desinfektionsmittel verteilt wurde“, führt der Vorarlberger Hygieneexperte aus. Ebenfalls geplant ist eine Plakataktion mit Testimonials aus dem jeweiligen LKH und ihren Aussagen zur Händehygiene. Die LKH-Mitarbeiter werden mittels Newsletter über die Aktionswoche informiert, teilt die Krankenhausbetriebsgesellschaft mit.

Richtige Händedesinfektion

Krankenhaushygieniker Hans Hirschmann unterstreicht: “Wichtig ist vor allem, dass die Händedesinfektion immer dann durchgeführt wird, wenn es zur Vermeidung von Infektionen bei Patienten, aber auch zum Schutz der Mitarbeiter erforderlich ist. Wir verwenden in den Vorarlberger Landeskrankenhäusern ein sehr gut hautverträgliches Händedesinfektionsmittel, welches für 30 Sekunden auf den Händen verrieben wird. Wesentlich für den Erfolg der Händedesinfektion ist die richtige Einreibetechnik. Alle Oberflächen der Hände müssen mit Desinfektionsmittel benetzt werden, damit auf der gesamten Hand alle krankmachenden Keime unschädlich gemacht werden können.“

Händehygiene mit Hände-Desinfektion vor und nach einem Patientenkontakt, egal ob vom behandelnden Arzt oder vom Besuch, verringert Studien zufolge das Infektionsrisiko um 30 Prozent. Bereits bei einem Anstieg der Händedesinfektionsrate von 48 Prozent auf 66 Prozent werden die Infektionen von 17 auf zehn Prozent reduziert. Umgekehrt kann überhastet durchgeführte Händehygiene sogar ein tödliches Risiko in sich bergen. Österreich ist eines der wenigen europäischen Länder, das die Krankenhaushygiene im Bundesgesetz über Krankenanstalten und Kuranstalten festgeschrieben hat. 

„Händedesinfektion ist einfach, aber sehr wichtig“, sagt Ruth Krumpholz, Chefärztin am Landeskrankenhaus Bludenz. KHBG
„Händedesinfektion ist einfach, aber sehr wichtig“, sagt Ruth Krumpholz, Chefärztin am Landeskrankenhaus Bludenz. KHBG