Bei Kindern vor allem Ruhe bewahren

Gesund / 24.04.2020 • 09:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Primar Burkhard Simma (l.) und Primar Christian Huemer informierten in ebenso kompakter wie präziser Art und Weise. <span class="copyright">rauch<br/></span>
Primar Burkhard Simma (l.) und Primar Christian Huemer informierten in ebenso kompakter wie präziser Art und Weise. rauch

Eltern dürfen auch der eigenen Intuition vertrauen.

Schwarzach Die Vortragsreihe MedKonkret ist erfolgreich in das digitale Zeitalter gestartet. In kompakten Referaten informierten die Leiter der Kinder- und Jugendhilfeabteilungen in den Landeskrankenhäusern Feldkirch und Bregenz, Primar Burkhard Simma und Primar Christian Huemer, über Notfälle bei Kindern und was zu tun ist. Aus aktuellem Anlass streiften sie auch das Thema „Covid19 bei Kindern“. Diesbezüglich konnten sie die Eltern weitgehend beruhigen. „Bei Kindern nimmt eine Coronavirus-Infektion einen denkbar moderaten Verlauf“, erklärte Huemer und bezog sich auf neueste Zahlen, denen zufolge in Österreich bislang fünf Kinder wegen Corona in Spitalsbehandlung waren. Warum das Immunsystem von Kindern besser mit dem Virus fertig wird, liegt noch im Dunkeln, aber: „Es ist gut so.“

Plädoyer fürs Impfen

In diesem Zusammenhang appellierten die Ärzte an die Eltern, ihre Kinder gegen Krankheiten, für die es einen Impfschutz gibt, impfen zu lassen. „Viele Eltern sind derzeit zögerlich“, wusste Christian Huemer aus Gesprächen mit niedergelassenen Kollegen zu berichten. Was Notfälle betrifft, erging der Aufruf an Mütter und Väter, stets die Ruhe bewahren und auch das Kind zu beruhigen. Bei der Einschätzung einer Erkrankung sollten Eltern zudem ihrer Intuition vertrauen. „Verhält sich ein Kind dramatisch, ist die Situation meist undramatisch“, erklärte Christian Huemer. Kinder, die spielen, sich bewegen und essen, sind meist immer noch in einem guten Zustand.

Keine Eiskühlung

Gravierende Probleme können sich durch Schädel-Hirn-Traumen, Verbrennungen, Atemnot, Verschlucken von Gegenständen und Ertrinkungsereignisse ergeben. Bei einem Schädel-Hirn-Trauma handelt es sich meist um eine Gehirnerschütterung, die jedoch abgeklärt gehört. „Es besteht das Risiko von Hirnblutungen , und später kann eine Gehirnerschütterung zu neurologischen Erkrankungen führen“, erläuterte Primar Burkhard Simma. Verbrennung oder Verbrühungen sollten als Erstmaßnahme gekühlt werden, allerdings nicht mit Eis.

Hat ein Kind einen Gegenstand verschluckt, sollten Eltern die Rettung rufen und nicht selbst mit dem Kind ins Krankenhaus fahren. Immer einen Notfall stellt die Entzündung des Kehlkopfdeckels dar. „Er kann akut anschwellen und die Atemwege verlegen“, skizzierte Christian Huemer. Kind beruhigen und Rettung rufen, heißt es in solchen Fällen. Bei Badeunfällen müssen Erwachsene immer eine Reanimation versuchen. Huemer: „Der größte Fehler ist, es nicht zu versuchen.“ Kommt es zu einer Vergiftung, sollte die Substanz mit ins Spital gebracht werden, um die Gefährlichkeit über die Vergiftungszentrale klären zu können.

Der Vortrag kann auf vol.at nachgesehen werden.

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