Wenn Medikamente krank machen statt heilen

Gesund / 13.05.2022 • 09:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Es gibt viele verschiedene Medikamente, aber nicht jeder Mensch verträgt jeden Wirkstoff gleich gut. Ein Test kann klärend wirken.istock
Es gibt viele verschiedene Medikamente, aber nicht jeder Mensch verträgt jeden Wirkstoff gleich gut. Ein Test kann klärend wirken.istock

Arzneimittelunverträglichkeiten erfordern aufwendige Testungen.

Feldkirch Arzneimittel können, exakt dosiert und konzentriert, beim Gesundwerden unterstützen, Schmerzen lindern und Leben retten. Doch nicht jeder verträgt jedes Medikament. Eine Arzneimittelunverträglichkeit macht sich in unterschiedlichen Formen bemerkbar, etwa als Allergie. Diese geht mit einer Reihe von typischen Symptomen vor allem auf der Haut einher. Den endgültigen Nachweis gegen einen Wirkstoff liefert eine aufwendige Testung im Spital.

Mehr als 1000 solcher Testungen allein auf Medikamentenallergien werden von der Fachabteilung Dermatologie und Venerologie am Landeskrankenhaus Feldkirch pro Jahr durchgeführt. Rund 5500 Betroffene werden jährlich mit dem Verdacht auf eine Arzneimittelallergie zur Abklärung nach Feldkirch überwiesen. Die Abteilung feiert heuer das 20-jährige Jubiläum.

Die Reaktionen bei einer Arzneimittelallergie sind von Mensch zu Mensch verschieden stark ausgeprägt. „Prinzipiell kann jeder Mensch zu jeder Zeit eine Allergie auf einen Wirkstoff entwickeln“, erklärt Abteilungsleiter Primar Robert Strohal. Die Medikamentenallergie zeigt sich zumeist in diversen Hautausschlägen und -veränderungen. Diese Form der Allergie ist deshalb ein Teil der Dermatologie. Die Teams arbeiten häufig mit Notfallmedizinern zusammen, denn auch Ausschläge auf der Haut können ein bedrohliches Ausmaß annehmen: Gefährlich wird es laut Primar Strohal, wenn der Ausschlag große Teile der Haut betrifft. Weitere Hinweise auf eine Medikamentenallergie sind ein schneller Puls, Schwindel, Bewusstlosigkeit, ein Anschwellen der Handflächen und Fußsohlen, der Lippen und des Gesichts sowie – und da wird es wiederum lebensgefährlich – ein Anschwellen der Zunge, was zu akuter Atemnot führen kann: „Auch in diesen Fällen müssen sich die Betroffenen unbedingt ärztliche Hilfe holen.“

Meldung an Behörde

„Häufig kommen Medikamentenallergien gegenüber bestimmten Antibiotika, z.B. Penicilline, Schmerz-und Rheumamitteln, Röntgenkontrastmitteln und heparinartigen Arzneimitteln vor“, erklärt der Leiter der Spitalsapotheke, Günther Graninger. Auch Arzneimittel für Antikörpertherapien im onkologischen Bereich können Abwehrreaktionen hervorrufen. „Ärzte und Apotheker sind gesetzlich dazu verpflichtet, im Rahmen der Arzneimitteltherapie auftretende allergische Reaktionen behördlich zu melden. Die Behörde kann bei einer Häufung derartiger Meldungen dann veranlassen, dass die Fachinformation des jeweiligen Arzneimittels angepasst wird.“