Bewegung als echter Jungbrunnen

Gesund / 02.12.2022 • 11:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Gute an Bewegung ist: Um positive Effekte zu erzielen, muss man sich nicht verausgaben.adobestock
Das Gute an Bewegung ist: Um positive Effekte zu erzielen, muss man sich nicht verausgaben.adobestock

Jung haltende Wirkung zeigt sich laut Studie auch auf zellulärer Ebene.

Graz Wer rastet, der rostet: Eine aktuelle Studie von Coremed, dem kooperativen Zentrum für Regenerative Medizin der Joanneum Research und der Med Uni Graz belegt die jung haltende Wirkung von körperlicher Bewegung auf zellulärer Ebene. Regelmäßige Bewegung kann Prozesse des Alterns positiv beeinflussen und nachweislich verlangsamen. Unterschiede des biologischen Alters können zwischen Sportlern und Nicht-Sportlern demnach über 10 Jahre betragen.

Zelltod verlangsamen

Bisher wurde zwar noch kein Wundermittel der ewigen Jugend gefunden, allerdings mag die Lösung hier naheliegender sein, als man denkt: Studien lassen hoffen, dass regelmäßige Bewegung zum Schutz und Erhalt unserer Zellen beiträgt und uns so nicht nur gesünder, sondern auch langsamer altern lässt. Die Medizinerin und Sportwissenschaftlerin Marlies Schellnegger von Joanneum Research Cormed erklärt das so: „Der schützende Effekt lässt sich anhand der Telomerlänge feststellen. Telomere sind zelluläre Marker des biologischen Alters. Diese Marker kann man sich wie Schutzkappen auf den Enden unserer Chromosomen vorstellen; mit jeder Zellteilung verkürzen sich die Telomere, wodurch es mit der Zeit zum Zelltod kommt.“ Nun hat sie mit Co-Autoren eine Studie im Sports Medicine publiziert, die aufzeigt, dass regelmäßige Bewegung genau in diesen Prozess eingreift. Bewegung aktiviert die zellulären Vorgänge, welche die Telomere schützen und sogar verlängernd wirken.

Moderates Training

Zwar drehen auch gut erhaltene oder längere Telomere die Zeit nicht zurück, doch sind sie mitunter daran beteiligt, gesünder und agiler zu altern. Schellnegger: „Kürzere Telomere werden nicht nur mit vorzeitiger Zellalterung in Verbindung gebracht, sondern auch mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Tumor- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Damit werden einmal mehr die gesundheitlichen Benefits von regelmäßiger Bewegung unterstrichen.“ Die gute Nachricht: Man muss sich nicht jeden Tag sportlich komplett verausgaben, um positive Effekte zu erzielen. Moderate Bewegung mindestens drei Mal pro Woche soll bereits ausreichen, um die Telomere zu schützen und damit den Alterungsprozess zu beeinflussen.

Mehr gesunde Lebensjahre

Gesund zu altern ist nicht nur wichtig für den Erhalt der eigenen Lebensqualität, sondern auch für die Bewältigung einer drohenden medizinischen Versorgungskrise. Wirft man einen Blick auf demografische Prognosen, soll sich bis 2050 die Altersgruppe der über 60-Jährigen verdreifachen, gleichzeitig ist die Altersgruppe 85+ jene, die am rasantesten wächst.

Tendenziell verbringen Menschen die letzten zehn bis 15 Jahre in reduzierter oder schlechter Gesundheit. Damit hinkt der „Healthspan“, also jene Zeit, die in Gesundheit verbracht wird, dem „Lifespan“ – der Lebenserwartung – deutlich hinterher. Daher stehen Strategien, den Alterungsprozess zu verlangsamen, zunehmend im Fokus der Wissenschaft.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.