Neue Sportlichkeit
Unlängst habe ich Ihnen an dieser Stelle erzählt, dass ich wieder mein viel zu lang vernachlässigtes Lauftraining aufgenommen habe. Es ging in der Kolumne um das Leben und dass man über den Alltag nicht das Träumen vergessen sollte, denn irgendwie geht immer etwas. Allerdings war die Geschichte nicht fertiggeschrieben. Sich aus einer Bequemlichkeit aufzuraffen ist nämlich gar nicht so einfach, vor allem dann nicht, wenn es irgendwo zwickt, im Rücken beispielsweise. Da bevorzugt der Mensch rasch und gerne die Schonhaltung. Mag im ersten Moment gut sein, aber langfristig verleitet sie einen ebenso schnell zur Dauermuße. Leben geht, auch ohne sich schweißtreibenden Betätigungen auszusetzen. In mir kreiste dieser Gedanke ebenfalls in Schleife. Er setzte sich zwar nicht fest wie Klebstoff, weil da noch ein Hund ist, der täglich und mindestens zweimal raus möchte, aber eine wirkliche Anstrengung bedeutete das nicht. Und wissen Sie was? Es ging mir gut damit, zumindest eine Zeit lang, dann wurde ich unruhig. Was letztlich den Schalter wieder umlegte, weiß ich im Rückblick nicht mehr. Irgendwie geht offenbar doch immer etwas.
Auf jeden Fall fühlt sich die neue Sportlichkeit deutlich besser an als die alte Bequemlichkeit. Außerdem gilt, von Medizin und Wissenschaft ebenfalls bestätigt: Für Bewegung ist der Mensch nie zu alt. Es kommt immer nur auf die richtige Dosis an. Hängen Sie, wenn schon, den Lorbeerkranz ruhig an die Haustür, aber ruhen Sie sich nicht darauf aus.
Marlies Mohr
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