Mehr FSME-Fälle in Vorarlberg – Schuld sind jedoch nicht nur Vorarlberger Zecken

Gesund / 23.09.2026 • 12:05 Uhr
Mehr FSME-Fälle in Vorarlberg - Schuld sind jedoch nicht nur Vorarlberger Zecken
Zecken sind Überträger des FSME-Virus. Dieser kann zu Hirnhautentzündungen führen. Canva, VN/Steurer

Zecken profitieren von den milder werdenden Wintern, inzwischen ist ganz Österreich Risikogebiet für FSME.

Bregenz In Österreich sind in diesem Jahr bereits mehr FSME-Erkrankungen aufgetreten als im gesamten Vorjahr. Für 2026 wurden bisher 155 bestätigte Infektionen registriert – im Jahr 2025 waren es insgesamt 132, informierte der Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) anhand von Daten des Zentrums für Virologie der MedUni Wien.

Mehr FSME-Fälle in Vorarlberg - Schuld sind jedoch nicht nur Vorarlberger Zecken
Zecken sind Wirte für die Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis – die sich längst nicht mehr auf den Frühsommer beschränkt.inatura/Zimmermann

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Dies gilt auch für Vorarlberg: Mit Stand 21. September wurden in Vorarlberg über das bisherige Jahr 20 Fälle der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gemeldet. 2025 waren es im gesamten Jahr 15 Infektionen in Vorarlberg. Betroffen sind vor allem die Bezirke Bregenz mit sieben und Feldkirch mit fünf Meldungen. Im Vorjahr waren es noch fünf beziehungsweise zwei Fälle. Die älteste infizierte Person ist Jahrgang 1939, die jüngste Jahrgang 2025.

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Die kulmulierten FSME-Infektionsorte der Jahre 1972 bis 2025. Quelle: Zentrum für Virologie der MedUni Wien

Laut der Medizinischen Universität Wien ist aber davon auszugehen, dass sich längst nicht alle Vorarlberger Fälle auch in Vorarlberg infiziert haben. So geht das Zentrum für Virologie davon aus, dass sich 65 der insgesamt 155 Personen in Oberösterreich infiziert haben könnten, 28 in Tirol. Nur zwei Infektionen werden direkt mit Vorarlberg in Verbindung gebracht.

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FSME wird durch Viren verursacht, die meist von Zecken wie dem Gemeinen Holzbock übertragen werden. Etwa zehn bis 30 Prozent der Infizierten entwickeln zunächst grippeähnliche Beschwerden. Bei fünf bis 15 Prozent von ihnen folgt nach einer kurzen Besserung eine zweite Phase mit einer Entzündung von Hirnhaut oder Gehirn. Diese kann unter anderem starke Kopfschmerzen, Schwindel, Sprach- und Gehstörungen auslösen, die über Monate anhalten können. Bei sehr schweren Verläufen können Lähmungen der Arme, Beine oder der Gesichtsnerven auftreten und zu bleibenden Behinderungen führen. Bei einem Prozent der Infektionsfälle mit neurologischen Symptomen verläuft diese tödlich. FSME ist nicht therapierbar, es gibt aber eine schützende Impfung. Neben FSME übertragen Zecken auch Borreliose, wogegen es im Gegensatz zu FSME keine Impfung gibt.

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Zecken lauern vor allem im hohen Gras und im Unterholz. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) empfiehlt daher, abseits der Wege geschlossene Kleidung wie lange Hosen zu tragen. Diese sollten bestenfalls in die Schuhe oder Socken gesteckt werden, um den Zecken den Zugang zur Haut zu verwehren.

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Zecken dringen in die Berge vor

Inzwischen gilt ganz Österreich als Epidemiegebiet, klassische Hotspots sind ein Ding der Vergangenheit. “Aktuell liegen Hinweise vor, dass auch in Höhen bis 1800 Meter Zecken vorkommen können”, warnt das Land auf Rückfrage der VN. Durch die Klimaerwärmung breiten sich nicht nur die Zecken aus, auch die Viren in den Zecken überleben in immer mehr Lebensräumen. Durch die milden Winter wird FSME immer mehr zu einem Ganzjahresproblem mit einem Höhepunkt von Mai bis August.

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Aufgrund der hohen Durchimpfungsrate ging die Inzidenz in den vergangenen Jahrzehnten insgesamt zurück und liegt nun je nach Jahr österreichweit bei 46 (2007) bis 215 (2020) Infektionen, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Laut Studien verhinderte die Impfung seit dem Jahr 2000 allein in Österreich 10.000 FSME-Fälle.

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