Nach anonymem Hinweis schnappte die Falle zu: Heroin im Mülleimer versteckt

Dealer fand am Bahnhof Dornbirn-Haselstauden offenbar ein geeignetes Versteck.
Feldkirch Nach eigenen Angaben ist der 28-Jährige mit serbischer und slowenischer Staatsbürgerschaft seit Langem spiel- und kokainsüchtig. Das sei auch der Grund, warum er gedealt habe, sagt er. Er behauptet, die Aussichtslosigkeit, keinen Job zu bekommen, habe ihn in die Sucht getrieben. Jedenfalls übernahm er von einem anderen Dealer Kokain und Heroin, fein säuberlich abgepackt in Verkaufsmengen.
Dornbirn schien dem Angeklagten, der seit Mitte Dezember vergangenen Jahres in U-Haft sitzt, ein geeigneter Verkaufsort zu sein, also trieb er sich dort herum. Allerdings nicht am Hauptbahnhof in Dornbirn, sondern am wesentlich kleineren Bahnhof Dornbirn-Haselstauden.
Verraten
Ein anonymer Hinweis ging bei der Polizei per Telefon ein: „Um diese Zeit wird einer in Haselstauden am Bahnhof Kokain und Heroin verstecken und bei sich tragen.” Die Polizei war vor Ort, die Falle schnappte zu, der Mann wurde festgenommen. Und tatsächlich konnten insgesamt sechs Gramm Kokain und 57 Gramm Heroin bei dem bislang Unbescholtenen sichergestellt werden. Einen Teil hatte er bei sich, den anderen in einem Wartehäuschen im dort befindlichen Mülleimer versteckt. Zudem wurden zwei Handys abgenommen. Damit hielt der Mann Kontakt zum Verkäufer und den Abnehmern.
Angst vor Rache
Wer die Drogen an ihn abgegeben hat, will er Richterin Sabrina Tagwercher nicht verraten. „Das darf ich nicht. Ich müsste um mein Leben und um das meiner Familie fürchten“, so der Angeklagte. „Mein Mandant finanzierte auf diese Weise seine Sucht“, plädiert Verteidiger Markus Vetter für eine milde Strafe. Die Qualität der sichergestellten Drogen war durchaus gut. Dass das Kokain für den Eigenkonsum bestimmt war, glaubt das Gericht nicht, denn auch diese Drogen waren portionsweise für Verkaufszwecke abgepackt.
Die Auswertung der Drogen war aufwendig, weshalb dem Angeklagten die Verfahrenskosten dafür auferlegt werden. Die 600 Euro, die in seiner Wohnung sichergestellt wurden, werden deshalb einbehalten. An Strafe gibt es neun Monate Haft, drei davon muss er absitzen. „Ich hoffe, das ist Ihnen eine Lehre. Wir wollen hier keine Serben oder Slowenen, die in Österreich Drogen verkaufen“, gibt die Richterin dem Häftling, der mit dem Urteil einverstanden ist, mit auf den Weg.