Erst eingebrochen, dann Polizisten verletzt: So erlebte das Opfer die Tat der 13-Jährigen

Die Polizei stellte in der Nacht auf Dienstag zwei 13-Jährige. Bei der Festnahme wurden zwei Beamte verletzt. Zuvor scheiterte ein Einbruchsversuch. Die VN sprachen exklusiv mit dem Opfer.
Bregenz “Ich schlafe in der Nacht schon nicht mehr so gut, weil ich irgendwie das Gefühl habe, jetzt könnte schon wieder was sein”, erzählt Claudia Pfanner-Plangger. Bei der neuen Pächterin des Milchpilzes am Seeareal in Bregenz versuchten in der Nacht auf Dienstag zwei 13-Jährige einzubrechen. Und dies nicht zum ersten Mal.

Fünf Einbrüche in nur einem Jahr – der erste war bereits im Jänner. “Nur zwei Tage nach der Übernahme”, schildert die Pächterin, wie damals eine Scheibe eingeschlagen wurde. Zuletzt häuften sich die Vorfälle. Allein in den letzten fünf Wochen wurde Pfanner-Plangger Opfer von drei Einbrüchen. Und jedes Mal waren die Täter keine 14 Jahre alt. Der letzte Vorfall ist erst wenige Stunden her. Wieder waren es zwei 13-Jährige, ein minderjähriger Syrer und seine gleichaltrige ukrainische Begleiterin. Sie waren auch für den jüngsten Einbruch davor verantwortlich.
Einbruch für ein Getränk
Sie versuchten es immer über die Türe des denkmalgeschützten Imbisses. Von den gut sichtbaren Kameras rund um den Milchpilz wie auch dem automatischen Licht ließen sich die Jugendlichen nicht abschrecken. Die Kameras reagieren automatisch auf Bewegung und informieren dann die Besitzerin. Die Alarmanlage schlug die Einbrecher in die Flucht, die alarmierte Polizei stellte die Tatverdächtigen wenig später im Umfeld des Tatorts.
Der 13-jährige Syrer wehrte sich gegen seine Festnahme, dabei wurden zwei Polizeibedienstete verletzt. Die beiden Strafunmündigen mussten nach der Sachverhaltsaufnahme ihren Erziehungsberechtigten übergeben werden.

Die Pächterin warnte heute auch andere Gastronomen vor den beiden Serientätern. “Die hören beim Milchpilz ja nicht auf”, ist sie überzeugt. Hinzu kommt, dass im Milchpilz wenig zu holen ist. “Das, was sie mitgenommen haben, war Red Bull und Cola. Geld oder andere Wertgegenstände lassen wir nicht im Milchpilz.” Die Einbrüche hinterlassen bei den Betroffenen Spuren. “Es ist sehr mühsam. Auch für Mitarbeiter ist das brutal.” Denn manche der bisherigen Einbrüche wurden erst von der Frühschicht festgestellt, die dann die Polizei informieren musste. Und auch die Pächterin schläft am Wochenende schlecht, da dann am ehesten eingebrochen wurde.

Einbruch zum Saisonende
Besonders ärgerlich: Aufgrund der Strafunmündigkeit verläuft alles im Sand. “Sobald die Tatverdächtigen unter 14 sind, wird alles abgeblasen. Da kommt keine Spurensicherung mehr, ich habe auch keine Vernehmung. Der Aufwand ist aber natürlich trotzdem da”, verweist sie auf die Einbruchsspuren und -schäden. So mussten schon Tischler anrücken, um die Eingangstüre zu reparieren. “Es ist ein großer Aufwand für nichts.”

Nun werde man weitere Maßnahmen setzen, um von künftigen Einbrüchen in den denkmalgeschützten Milchpilz abzuschrecken. Derzeit ist Pfanner-Planggers Team am Ausräumen, die Saison endete mit Allerheiligen. “Wir starten dann nächstes Jahr wieder voll durch.”

Die beiden Tatverdächtigen sind dabei nicht die einzigen Strafunmündigen, die Vorarlberg in Atem halten. Erst vor zwei Wochen wurde ein Senior Opfer zweier 13-jähriger Gewalttäter. Beide zusammen fielen allein heuer gemeinsam mit 300 Nennungen in den Ermittlungsakten auf.