Holzöfen sind unabhängig vom Strom

HE_Brege / 28.09.2022 • 08:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kachelherde finden wieder vermehrt Einzug in die heimischen Küchen.Kachelofenverband/Zehendner
Kachelherde finden wieder vermehrt Einzug in die heimischen Küchen.Kachelofenverband/Zehendner

Die Angst vor dem Blackout ist groß – Kamin- und Kachelöfen kommen völlig ohne Strom aus.

HEIZFORM Kein Strom, kein Licht, kein Computer, kein Handy, keine Heizung sind nur einige der Konsequenzen. Das Horrorszenario heißt Blackout, vor dem derzeit ganz Europa zittert. Gemeint ist ein flächendeckender Stromausfall des gesamten Netzes, der von wenigen Stunden bis zu einigen Tagen dauern kann. Keiner kann noch abschätzen, welche Folgen die Energieknappheit hat. Sollte es tatsächlich zu einem Blackout kommen, würde das Leben völlig stillstehen: Tankstellen funktionieren nicht mehr, Bankomaten geben kein Geld mehr aus, Öffis können nicht weiterfahren, Supermärkte können nicht mehr abrechnen bzw. können die Kühlung nicht lange aufrechterhalten. Die Liste lässt sich endlos lange weiterführen und zeigt, wie abhängig moderne Haushalte vom Stromnetz sind.

Völlig autark heizen

Gerade auch in der kalten Jahreszeit stellt das Heizen und die Warmwassererzeugung im Falle eines Blackouts ein großes Problem dar. Heutzutage kommen viele Heizformen kaum ohne Strom aus: Gastherme, Wärmepumpe, Pelletsheizungen sind elektronisch betrieben und gesteuert. Daher rückt der klassische Kamin- oder Kachelofen als nachhaltige, unabhängige Heizform wieder in den Fokus. Kamin und Kachelöfen sind Heizgeräte, die völlig autark ohne Strom funktionieren. So hat der Kachelofen eine jahrhundertelange Tradition. Einmal richtig angeheizt, nimmt sein massiver Wärmespeicher die Hitze rasch auf und gibt sie stundenlang als milde Strahlungswärme wieder ab. „Darin liegt auch ein wesentlicher Unterschied zu vorgefertigten Kaminöfen: Ein häufiges Nachlegen der Holzscheite ist nicht nötig, meist reicht es ein- bis zweimal pro Tag aus, um den ganzen Tag über die Wärme zu genießen“, erklärt Thomas Schiffert vom österreichischen Kachelofenverband. Voraussetzungen für einen Kachelofen sind ein Schornstein und ein tragfähiger Untergrund, da das Heizgerät mehrere hundert Kilogramm schwer ist.

Mit Kachelherd kochen

Daneben findet sein Verwandter auch wieder Einzug in heimische Küchen und Wohnräume: Der Kachelherd. Von der Funktionsweise ähnelt er dem Kachelofen mit dem Unterschied, dass er in erster Linie zum Kochen und Backen dient, angenehme Strahlungswärme abgibt und „nebenbei“ die Wohnung wärmt. Denn während des Kochens heizt sich die Speichermasse im Anbauteil des Herdes auf. Mit einem eingebauten Wasserschiff wird auch warmes Brauchwasser erzeugt. „Und Speisen, die durch langsames Köcheln ihre Geschmacksnote entfalten, gelingen besonders gut durch die verschiedenen Hitzezonen auf der Herdplatte eines Kachelherdes“, weiß Thomas Schiffert. Waren Kachelofen oder Kachelherd früher hauptsächlich als riesige Modelle in der traditionellen Bauernstube bekannt, so sind sie heute auch als kleinere Modelle mit Sichtfenster zum Feuerschauen in modernen Niedrig­energiehäusern beliebt. Denn entgegen vieler Vorurteile überhitzen gerade sie moderne Häuser nicht.

Vorsorgen

im Fall eines Blackouts

» Lebensmittelvorräte für mind. sieben Tage pro Person, die keine Kühlung benötigen, wie Getreideprodukte, Öle etc.

» Trinkwasservorrat für mind. sieben Tage pro Person

» Stromunabhängige Beleuchtung, wie z. B. Taschenlampen mit Batterien und Notstromaggregat

» Batteriebetriebener Radio

» Bargeld

» Hygieneartikel und Erste-Hilfe-Paket

» Notfall-Heizung

» Notfall-Kochgelegenheit, wie z.B. Gaskocher

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