Brillanter „Ausklang“ des Beethoven-Gedenkjahres

HE_Feldk / 04.05.2022 • 16:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Das „Concerto Stella Matutina“ huldigte zwei Mal Ludwig van Beethoven.Darko Todorovic
Das „Concerto Stella Matutina“ huldigte zwei Mal Ludwig van Beethoven.Darko Todorovic

Das „Concerto Stella Matutina“ feierte Ludwig van Beethoven erst post festum 2020.

Götzis Auch Beethoven-Fans, welche die diversen Geburtstagskonzerte vor zwei Jahren genossen haben, freuten sich erneut auf Beethoven, diesmal in historischer Aufführungspraxis durch unser Spitzenorchester „Concerto Stella Matutina“. Drei gewaltige c-Moll-Werke des Meisters standen auf dem Programm, Solistin war die prominente ungarische Pianistin Petra Somlai am Hammerklavier. Thomas Platzgummer führte seine Kollegenschar mit bekannt stürmischem Temperament und Lust am Dramatischen durch die diesmal vorwiegend düsteren Klangwolken Ludwig van Beethovens. Die „Coriolan Ouvertüre“ eröffnete das Konzert. Das 1807 entstandene Opus zum gleichnamigen Drama von Collin schildert in prägnanter Kürze das Schicksal des historischen Coriolan, eines Machtmenschen, der bei Collin im Selbstmord endet. Beethoven lässt die nervöse Zerrissenheit des Helden in einem markanten Unruhemotiv präsent sein. Mit unheilvollen Schlägen beginnt das Werk, erstirbt aber zuletzt im verhauchenden Pianissimo. Der Dirigent Thomas Platzgummer und sein erstklassiges Orchester vermochten gleich zu Beginn schon, mit kräftigen „Farben“ zu musizieren.

Dann betrat Petra Somlai das Podium AmBach und interpretierte mit glasklarem Anschlag und berührender Musikalität Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 in c-Moll. Vor allem beglückte durch ein paar Sonnenstrahlen der 2. Satz.

Die sogenannte „Schicksalssymphonie“ schloss die heimische Hommage an den Bonner Großmeister. „So pocht das Schicksal an die Pforte“; ja, auch in Götzis pochte die Fünfte, und zwar mit Platzgummers schweißtreibendem Dirigat, das wohl auch die Zuhörer mitriss (bei der 2. Aufführung am 29. April): Diese dankten einem Beethoven, welchem die „Stellaner“ mit Platzgummer souverän mit heißem Herzen gedient hatten. SCH