Altes Handwerk entstaubt und neu belebt

Heimat / 07.07.2025 • 08:30 Uhr
Mäx Khünys große Leidenschaft sind Intarsien-Bilder. Er gibt dem alten Handwerk eine neue Form.
Mäx Khünys große Leidenschaft sind Intarsien-Bilder. Er gibt dem alten Handwerk eine neue Form.em

Der Bludenzer Künstler Mäx Khüny stellt ab Mitte Juli in der Bregenzer LustBar aus

bludenz “Hoi Mäx.“ Wer den Bludenzer Künstler Markus Khüny in seinem Sommeratelier in Lorüns besucht, ist meist nicht alleine: Immer wieder statten ihm Nachbarn, Bekannte, aber auch Kunstinteressierte, die am Radweg beim Atelier vorbeikommen, einen kurzen Besuch ab. Er schätzt diesen direkten Kontakt. „Generell arbeite ich sehr gerne auf Auftrag. Es reizt mich, wenn Leute auf mich mit ihren Ideen zukommen und ich diese Wünsche umsetzen kann.“ Konkret sind es Intarsien, also Einlegearbeiten aus Holz, die so zum Bild werden. Mäx Khüny kam schon im Alter von zwölf Jahren in Kontakt mit dieser Handwerkskunst, die er zur Kunst erhoben hat. Schon sein Uropa – ein Nebenerwerbslandwirt in Rungelin, habe mit Einlegearbeiten aus Holz ein Zusatzeinkommen lukriert, sein Großonkel Robert Khüny habe ebenfalls wunderschöne Intarsien-Bilder gefertigt. „Immer wieder sprechen mich Leute an, dass sie ein Bild von ihm besitzen – am liebsten hat er die Bludenzer Bergwelt sowie das Rungeliner Kirchle umgesetzt.“ Nachdem Mäx Khüny der älteste seiner Generation war, wurde das Wissen an ihn weitergegeben. Anfangs noch mit überschaubarer Begeisterung. „Aber nachdem mich ein Fahrrad-Unfall zu einer längeren Auszeit gezwungen hatte, hatte ich Zeit zum Überlegen und mir wurde klar, dass ich meine kreativen Anteile mehr ausleben möchte.“ Mäx Khüny: „Ich habe ein uraltes Handwerk mit modernen Hilfsmitteln entstaubt und neu belebt.“

Altes Handwerk entstaubt und neu belebt: Mäx Khüny (Bildergalerie)
Altes Handwerk wurde durch Mäx Khüny entstaubt und neu belebt.

Darum Intarsienkunst

„Kein Baum gleicht dem anderen, kein Holz ist wie das andere, und jedes einzelne Blatt Furnier unterscheidet sich vom nächsten. Furniere als künstlerischer Werkstoff sind vielfältig und eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Das Holz gibt bereits über seine Struktur und Maserung vor, was aus ihm wird“, so der Künstler. „In dem Moment, in dem ich mit einem neuen Furnierbild anfange, gibt es nur dieses eine Projekt das zählt. Während seiner Entstehung werde ich eins mit dem Werk und spüre Freude mit jedem Stück Furnier, das ich ins Bild setze, Schnitt für Schnitt, so lange, bis es vollendet ist.“ Mäx Khüny vergleicht es mit einem Puzzle, bei dem die Einzelteile selbst zugeschnitten werden. Besonders reizvoll sind für ihn Kundenaufträge, bei denen er emotionale Momente als Intarsien-Bild festhält. Mäx Khüny erwähnt beispielsweise ein Bild, das eine Mitarbeiterschaft seinem Chef als Geschenk anfertigen ließ oder die Erinnerung an verstorbene eine Familienkatze, die so auch weiterhin ihren Platz in der Familie hat. Nachdem das Handwerk der Intarsien-Arbeiten von immer weniger Menschen beherrscht und gelebt wird, überlegt sich der 55-Jährige sein Wissen künftig auch über Kurse weiterzugeben. Über Vermittlung von Kurator Erwin Buttazoni stellt Mäx Khüny vom 15. Juli bis zum 18. Oktober in der Bregenzer LustBar aus. „Dass diese genau zur Festspielzeit startet, freut mich sehr“, so Mäx Khüny. Die Vernissage zur Ausstellung, die den Titel „Leidenschaft“ trägt, findet am Dienstag, 15. Juli, um 19 Uhr (Inselstraße 8) statt. EM

Altes Handwerk entstaubt und neu belebt: Mäx Khüny (Bildergalerie)
Intarsienkunst von Mäx Khüny.