Zeitpolster: ein Ehrenamt mit Zusatznutzen

Heimat / 03.02.2026 • 10:52 Uhr
Sabine Müller-Jochum stellt Zeitpolster vor
Sabine Müller-Jochum stellt das Projekt “Zeitpolster” vor.

Zeitpolster präsentierte sich in Sulz als erfolgreiche Ehrenamtsinitiative.

Sulz Kürzlich lud die Gruppe Vorderland von Zeitpolster zum Infoabend nach Sulz. Eingeladen war auch der Bürgermeister der Gemeinde Sulz, Michael Schnetzer, der die 40 Gäste begrüßte. In seinen Eröffnungsworten erzählte er von einer Dame, die nach einem Treffen des Sozialarbeitskreises den Wunsch nach Unterstützung in alltäglichen Dingen, z. B. bei Arztbesuchen, beim Einkauf, beim Spaziergang etc., äußerte. Auf der Suche nach Möglichkeiten zu helfen, traf er auf Zeitpolster. “Dieses solidarische Projekt überzeugt mich. Die Zusammenarbeit funktioniert in Sulz gut. Der demografische Wandel macht es notwendig, Menschen mit Betreuungsbedarf und helfen wollenden Menschen aktiv zusammenzubringen. Das stärkt den Zusammenhalt und bringt menschliche Nähe.” Sulz ist dank seines Engagements die erste Gemeinde in Vorarlberg, die eine so enge Kooperation mit Zeitpolster einging.

Der Bürgermeister von Sulz lobt die Zusammenarbeit mit Zeitpolster
Der Bürgermeister von Sulz lobt die Zusammenarbeit mit Zeitpolster .Gisela Stein

Der Moderator und stellvertretende Teamleiter der Zeitpolstergruppe Vorderland, Peter Hein, bat Sabine Müller-Jochum, Regionalkoordinatorin von Zeitpolster, den Verein vorzustellen. Sie schilderte, welche Gedanken 2018 zur Vereinsgründung führten, und zeigte auf, wie viele Menschen in diesem sozialen Unternehmen bereits aktiv sind: 2000 Helfende betreuen 2500 Menschen in ganz Österreich. In Vorarlberg gibt es sechs Gruppen und der Verein wächst kontinuierlich. “Den Wirkungsgrad messen wir anhand von alle zwei Jahre stattfindenden Umfragen bei Helfenden und Betreuten. 98 Prozent der Betreuten sind mit der Leistung zufrieden und empfehlen Zeitpolster weiter, 80 Prozent der Helfenden schätzen vor allem die Möglichkeit, die eingesetzte Zeit auf einem Zeitkonto für die eigene Altersvorsorge ansparen zu können”, so Müller-Jochum.

Vierzig Gäste hören interessiert zu
Die Gäste hörten interessiert zu.

Für die Öffentlichkeitsarbeit der Gruppe Vorderland ist Gisela Stein verantwortlich. Nach dem Ende ihrer Berufstätigkeit suchte sie eine sinnvolle Aufgabe und engagiert sich seit rund einem Jahr bei Zeitpolster. „Gerade Betreuungsgeschichten in Zeitungen eignen sich gut, um die emotionalen Aspekte zwischenmenschlicher Hilfe sichtbar zu machen und zum Mitmachen zu motivieren“, ist Gisela Stein überzeugt. „Es tut gut, neben all den schlechten Nachrichten auch von Menschen zu lesen, die füreinander da sind.“

Gisela Stein präsentiert die Öffentlichkeitsarbeit von Zeitpolster
Gisela Stein präsentiert die Öffentlichkeitsarbeit von Zeitpolster.

Neben Berichten in regionalen Gemeindeblättern ist Zeitpolster auch in den sozialen Medien präsent. Auf Facebook stellt sich die Gruppe Vorderland aktuell mit ihren Ansprechpartnerinnen persönlich vor, ein Instagram-Auftritt ist in Planung. Ziel ist es, die Reichweite weiter zu erhöhen und neue Helfende wie auch Unterstützungsbedürftige anzusprechen.

Nach den Vorträgen diskutierten die Gäste an den Tischen mit Helfenden und mit der Beantwortung offen gebliebener Fragen fand die rundum gelungene Veranstaltung einen perfekten Abschluss. GIS