395. Zunfttag der Handwerkerzunft Oberer Walgau

Tradition, Gemeinschaft und Blick auf das 400-Jahr-Jubiläum.
Thüringen Mit ihrem 395. Zunfttag hat die Handwerkerzunft Oberer Walgau einmal mehr ihre lebendige Tradition unter Beweis gestellt. Der traditionsreiche Verein zählt zu den ältesten in Vorarlberg und steuert in fünf Jahren auf sein 400-Jahr-Jubiläum zu.
Die Zünfte sind nicht mehr nur Handwerkverbände, sondern auch soziale Netzwerke mit strengen Regeln, die den Geist der alten Zünfte forttragen. Sie bewahren deren Traditionen und Symbole, wie die Zunftzeichen oder die Zunfttruhe. Moderne Gewerkschaften erfüllen oft dieselbe Funktion, sie nutzen auch die von europäischen Zünften eingeführte Struktur mit Lehrling, Geselle und Meister.

Der heurige Zunfttag, immerhin bereits der 395., begann mit dem gemeinsamen Gang unter der Zunftfahne zur St. Anna Kirche in Thüringen und der Zunftmesse, die Pfarrer Jodok Müller feierte. In seiner Ansprache unterstrich er Sinn und Bedeutung der Handwerkszünfte. Der offizielle Teil des Tages fand im Restaurant „Blu-Thu“ statt. Zunftmeister Christian Heim begrüßte die anwesenden Mitglieder und Gäste. Bei der folgenden Gedenkminute gedachte man der im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder. Es folgten die Berichte des Zunftmeisters, des Schriftführers Martin Küng und des Kassiers Markus Hartmann.
Auch die Aufnahme von drei neuen Zunftmitgliedern – Landschaftsgärtnermeisterin Anna-Kathrina Hammerer, Tischlermeister Lukas Tschann und Tischlermeister Elias Müller – unterstreicht die Lebendigkeit dieser Zunft. Baumeister Karl Hänsler wurde für seine 50-jährige Mitgliedschaft geehrt.
Nach der Entlastung des Vorstandes durch die Kassaprüfer begrüßte auch Bürgermeister Harald Witwer im Namen der Blumenegger Bürgermeister die anwesenden Zunftmitglieder. Er betonte, wie wichtig die Zunft noch heute ist, und lobte den damit verbundenen Austausch.
Baumeister Roland Köfler berichtete anschließend über die Atlantiküberquerung mit einem Atlantiksegler, den Zunftmitglied und Installateur Peter Küng in zehnjähriger Arbeit gebaut hatte. Der Vormittag endete mit einem gemeinsamen Mittagessen. Anschließend ging es zu einer Betriebsbesichtigung bei der Firma Müroll, dem einzigen österreichischen Hersteller von Klebebändern und Papierrollen. HAB