“Funka” künstlerisches Denkmal gesetzt
Roland Haas’ “Tschagguser Funkabild” aus dem Jahr 1983 im LKH Bludenz. roland haas
Tschagguns Der akademische Künstler Roland Haas ist der “Vater” des Kunstwerkes “Funka” (Acryl auf Papier, mit Seidenpapier kaschiert) im Landeskrankenhaus Bludenz. Geschaffen hat er es im Jahr 1983. Die 290 mal 290 Zentimeter große Arbeit zeigt den Funken von Tschagguns, “Of’m Land”, der nun nicht mehr durchführbar ist. Der Pädagoge hatte damals den regionalen, zweiteiligen Kunst-am-Bau-Wettbewerb gewonnen. Eingeladen waren etwa zwölf Künstlerinnen und Künstler. “In der Jury saßen, so weit ich weiß: Architekt Karl Sillaber, Ingo Springenschmid, Stadtamtsleiter Albert Wittwer, Spitalsdirektor Franz Streit u. a.”, teilte Roland Haas auf Anfrage mit. Er hatte die beiden Aufträge für den Ambulanzbereich und das Restaurant im Krankenhaus erhalten. Für das Motiv des Tschaggunser Funkens im Spitalsrestaurant entschied er sich aus verschiedenen Gründen: “Einmal, weil für mich das Funkenabbrennen immer ein Höhepunkt des Winters war: Wir sind mit der Skischule Tschagguns und dem WSV Tschagguns jedes Jahr von Grabs mit Fackeln abgefahren und haben das Feuer für den Funken gebracht – das war immer ein ganz intensives Erlebnis, einschließlich des anschließenden Fackelschwingens.”
Beim Anbringen des “Tschagguser Funkabild” im LKH Bludenz.
Das Kommando, wann die Teilnehmenden auf Grabs losfahren sollen, gab Skischulleiter Conny Mangeng über Funk. Vor der Abfahrt zündeten die – insgesamt zwischen 40 und 60 – Fackelläufer auf Grabs ein paar Signalraketen, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. “Oben war einer der Chefskilehrer der Anführer, ich erinnere mich vor allem an Peter Stemer”, erzählte Roland Haas. Beim Eintreffen der Läufergruppe habe die Harmoniemusik Tschagguns aufgespielt. Der “Trätzfunka” habe da schon gebrannt. “Mit der Fackel des ersten Skilehrers zündete dann der Funkenmeister den großen Funken an”, erklärte der Künstler.
“Licht der Nacht”
Den Funken betrachtet Roland Haas als “ein Freudenfeuer und ein Symbol für das Ende einer schweren Zeit – als der Winter eben noch ein solcher war – ohne Tourismus! Und das ‚Licht in der Nacht‘ für den suchenden/traurigen/leidenden Menschen”. Der Künstler habe sich immer vorgestellt, wie das Krankenhauspersonal ins Restaurant kommt, nach einer Operation oder Ähnlichem, und durch die Kunst aufgemuntert werden soll. Bis zum Umbau des Spitals zum Landeskrankenhaus hing die Arbeit über 30 Jahre im Restaurant. Wie Haas hofft, haben die Besucher und Betrachter des Kunstwerks im Restaurant damals durch das Licht bzw. das Feuer des Funkens Freude und Zuversicht erfahren und neue Kraft geschöpft.
Der Tschaggunser Funken im Jahr 2018. SCO
Die Gemeinde Tschagguns weist auf die Funken in der Mauren, auf der Krista und auf Latschau hin: Samstag wird zur Funkenwache in der Mauren (beheizte Funkenbude) und auf der Krista geladen (jeweils mit Bewirtung ab 18 Uhr). Sonntag ist Bewirtung in der Mauren ab 11 Uhr, Funka-Küachli gibt’s in der Funkenbude ab 14 Uhr. Bewirtet wird auf Latschau ab 18 Uhr. Abgebrannt wird der Funken auf Latschau um 19 Uhr, auf der Krista um 19.30 Uhr und in der Mauren um 19.45 Uhr. Auf Latschau und in der Mauren spielt die Harmoniemusik Tschagguns. SCO
Das “Tschagguser Funkabild” des akademischen Künstlers Roland Haas aus dem Jahr 1983, als es noch im Krankenhaus-Restaurant seinen Platz hatte. Foto: Roland Haas
Roland Haas’ “Tschagguser Funkabild” aus dem Jahr 1983 im LKH Bludenz. Foto: Roland Haas
Roland Haas’ “Tschagguser Funkabild” aus dem Jahr 1983 im LKH Bludenz. Foto: Roland Haas