Sambafußball kehrt zurück in Meiningen

Nach 16 Jahren Pause spielt wieder ein Brasilianer beim Landesliga-Letzten.
Meiningen Nach sechzehn Jahren Pause weht wieder ein Hauch von Brasilien durch das Oberland. Der SK Meiningen hat mit Ariel Germiniani einen brasilianischen Offensivspieler verpflichtet – und schreibt damit ein kleines Stück Vereinsgeschichte. In der 68-jährigen Historie des Klubs ist es erst das zweite Mal, dass ein Brasilianer das Trikot der ersten Kampfmannschaft trägt.
Der erste Sambatänzer im Dress von SK Meiningen war André Luis Apolinario, der von 2008 bis 2010 am Sportplatz Meiningen unter dem damaligen Trainer Gerhard Müller für Begeisterung sorgte. In nur zwei Spielzeiten erzielte er beeindruckende 35 Meisterschaftstore und wurde damit zu einem der prägendsten Angreifer der jüngeren Vereinsgeschichte. Viele erinnern sich noch heute an seine Treffsicherheit – und an das gewisse südamerikanische Flair im Spiel.

Nun soll Ariel Germiniani neue Akzente setzen. Der Offensivmann kommt vom SC Göfis, wo er im Herbst auf 145 Einsatzminuten bei sechs Kurzeinsätzen kam. In Meiningen, aktuell Schlusslicht der Landesliga, hofft man auf mehr Spielzeit und vor allem mehr Durchschlagskraft im Angriff.
Eine besondere Verbindung gibt es auch auf der Trainerbank. Meiningen-Coach Enes Cavkic stand einst selbst gemeinsam mit Apolinario für Meiningen Eins auf dem Platz. Er weiß also, welche Erwartungen ein brasilianischer Offensivspieler im Oberland mit sich bringt – und bleibt dennoch bewusst sachlich.
“Die ersten Wochen der Testphase waren schon vielversprechend und wir sind am Ausprobieren, wo wir Ariel im Offensivbereich am besten einsetzen können, um uns weiterhelfen zu können”, sagte Cavkic. Es gehe darum, seine Qualitäten gezielt einzubauen und der Mannschaft im Frühjahr neue Optionen zu eröffnen. Germiniani hat in der Vergangenheit seine Qualitäten in der Offensive schon unter Beweis gestellt. Vor allem in Feldkirch wusste der Brasilianer zu überzeugen.
Die Ausgangslage ist klar: Punkte werden in Meiningen dringend gebraucht. Ob Germiniani in die großen Fußstapfen seines Landsmannes treten kann, wird sich erst zeigen. Die Hoffnung in Meiningen ist jedenfalls neu entfacht – und mit ihr die Vorfreude auf ein Stück Sambafußball am Sportplatz zur Grenze in die Schweiz. VN-TK