Ein höchst wertvoller Kunstschatz

Bgm. Martin Vallaster: “Rund 800 Jahre altes Kreuz ist Bartholomäbergs größter Stolz.”
Bartholomäberg Gerade auf Ostern hin verbinden Erholungssuchende einen Ausflug nach Bartholomäberg mit dem Besuch der örtlichen Barockkirche. “Deren Ursprünge reichen in das Mittelalter zurück. Zeugnisse sind unter anderem ein Sühnekreuz aus Stein und ein Vortragekreuz aus Gold”, heißt es in einer Information seitens der Goethe-Universität Frankfurt und Montafon Tourismus, die in der Pfarrkirche zu lesen ist. Dort ist die Kopie des Vortragekreuzes zu sehen, welche Beatrice Pfeifer im Jahr 1999 geschaffen hat.
Das Vortragekreuz aus Gold soll aus der spätromanischen Kirche stammen und zwischen 1225 und 1250 in den Werkstätten des südwestfranzösischen Limoges hergestellt worden sein. In einem “günstigeren” Verfahren seien dort “kostbare Vortragekreuze (mit Holzkern, vergoldeten Kupferplatten, Emaillierungen, Edelsteinbesatz) und dergleichen” produziert worden, so die Gemeinde und der Stand Montafon. Nach Verhandlungen, die sich über Jahrzehnte hingezogen haben sollen, und einem versuchten Diebstahl vor fast 50 Jahren wurde das Kreuz schließlich an einen sicheren Ort gebracht. “Das spätromanische Vortragekreuz ist der größte Stolz der Gemeinde Bartholomäberg”, erzählt Bürgermeister Martin Vallaster. Jedes Mal, wenn er mit Freunden und Gästen das Gotteshaus besuche, rückten der spätgotische St.-Anna- oder auch Knappenaltar – der prächtige Flügelaltar trägt die Jahreszahl 1525 – und das Vortragekreuz besonders in den Mittelpunkt bei den Erzählungen.

Spätgotik fassbar
Die spätgotische Zeit werde im Sakralgebäude an mehreren Stellen fassbar. Der Chor sei noch spätmittelalterlich. Die Barockisierung habe im späten 17. Jahrhundert mit dem Kirchturmbau begonnen, der sich in seiner süddeutschen Form am Turm der St.-Laurentiuskirche in Bludenz orientiert. Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts entstand die Innenausstattung, ein Werk von Andreas Kölle. Das Hochaltarbild stammt von Jacob Carl Stauder. Chorbogenfiguren schufen am Ende des Jahrhunderts Josef Klemens Witwer und Josef Anton Renn.
Am Bergknappenweg steht ein “altes” Steinkreuz, um das sich eine Sage rankt: Ein Knappe habe sein Gelübde zu einem Mädchen nicht eingehalten. Aus der Kirche kommend, sei er über die Friedhofsmauer gestürzt – und im Boden verschwunden. SCO

















