Weinkulinarien “Frühling X Sommer”

Im “Brandner Hof” gab es eine Verkostung für Sommeliers und zwei Kulinarikerlebnisse.
Brand Eine Verkostung von zehn spannenden Rebensäften des Donnerskirchner Weinguts Sommer mit vielen interessanten Hintergrundinformationen erlebten Mitglieder des Vorarlberger Sommeliervereins im “Brandner Hof”. Im zweiten Teil der Veranstaltung dann ein vom Küchenteam des über eine Weinkarte mit 150 Positionen verfügenden Gastronomiebetriebs auf weitere von Kathrin Sommer mitgebrachte Spezialitäten abgestimmtes Frühlingsmenü. Weine und Kulinarik standen tags darauf nochmals auch für andere Gäste auf dem Programm.

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Zu dem nach der ersten Gärung nochmals in der Flasche vergorenen Schaumwein des Typs “Pét-Nat” (Riesling Pop) gab es zum einen das von der Winzerin von einem ihr bekannten Bauern mitgebrachte, richtig deftige “Verhackertes” (“kein Sterne-Chi-chi!”). Zum anderen die mit Bärlauch angereicherte und schaumig geschlagene Grüne Butter und hausgemachtes Brot. Zu dem von der kompetenten Genießerrunde in höchsten Tönen gelobten Spargel-Panna-Cotta wurde der Sauvignon Sandstein ausgeschenkt – einfach Frühling pur!

Großen Anklang fand auch die Kombination von Pasta Bouillabaisse mit dem Chardonnay Riesling Thal. Außergewöhnlich war die Kombination von Lammrücken mit dem Grünen Veltliner “Salz & Rauch”. Viele konnten sich erst nicht vorstellen, wie gut ein Weißwein mit einer kräftigen dunklen Sauce harmonieren kann. Als zweiten Wein zum Lamm gab es den Blaufränkisch “Salz & Rauch”. Apropos Grüner Veltliner: Im Burgenland gibt es den wegen Boden und Klima ohne “Pfefferl”, dafür aber mit viel Würze.

Den krönenden Abschluss bildete eine Mini-Pavlova mit Tonka-Ricottacreme sowie Himbeere und Erdbeere, bestens ergänzt durch den Gewürztraminer Spätlese. Das Veranstaltungsmotto “Frühling X Sommer” bezog sich auf das als Familienzeichen der Sommers geltende, aus Sonnenstrahlen und Weinreben gebildete “X” an der Fassade des Weinguts.

“Es ist ein anderes Gefühl, wenn du durch den Weingarten gehst”, beschrieb Kathrin Sommer die Folge der Umstellung auf biologische, naturnahe Wirtschaftsweise seit 2017. Durch das Beschränken auf Gründüngung werde viel mehr Arbeit mit dem Traktor notwendig, mit dem Seniorchef hätten sie und ihr Mann Leo aber “den besten Traktorfahrer”. Aber nicht nur er kommt bei der pferdebegeisterten Winzerin zum Einsatz. Die ihrer Hannah Wambacher, Schwester, gehörende “Stella”, eine Kreuzung aus Haflinger und Pony, wurde zwei Jahre lang beim Holzrücken geschult und zieht mittlerweile zwischen den Rebzeilen einen früher als Dekoration vor dem Weingut genutzten Pflug. Den hat Hannah in einem persönlichen Projekt eigenhändig umgebaut, ihn mit dem Einschweißen einer neuen Pflugschar wieder einsatzfähig gemacht. Die Herausforderungen dabei: knapp, nicht zuletzt langsam den Reben entlang laufen. Außer beim letzten, ansteigenden Hangstück, wo der Vierbeiner von selbst in Schwung kommt, um nicht steckenzubleiben.

Die auch in Kanada und den USA und auch anderswo von Weinkennern und Liebhabern sehr gefragten Rebensäfte von Sommer entstehen teils durch Ganztraubenpressung. Sie werden nach der Lese nur angequetscht, am Morgen danach erst gepresst. Immer wieder geht Weinmacher Leo Sommer Risiken ein, unter anderem mit ungewöhnlich hohen Gärtemperaturen. “So kriegst du ganz andere Strukturen”, erklärte seine Frau. Auf ihrem “Mist” ist die Idee zum eingangs erwähnten “Pét-Nat” gewachsen. Das zuerst nur als “Sprudel” zur Verlobung vor fünf Jahren gedachte Produkt erfreut sich mittlerweile bei Gastronomen großer Beliebtheit. AME
