Frühjahrsputz in Satteins: Weniger Müll, mehr Bewusstsein

Rund 100 Freiwillige beteiligten sich an der jährlichen Flurreinigung.
Satteins Mit grünen Säcken, Handschuhen und Müllzangen schwärmten sie aus, um das Dorf aufzuräumen. Rund 100 Satteinserinnen und Satteinser waren im Einsatz und sammelten weggeworfene Abfälle. Bürgermeister Andreas Dobler zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden. Corinna Amann, Obfrau des Ausschusses für Umwelt, Energie und Mobilität, hat festgestellt, dass insgesamt weniger Müll eingesammelt werden musste als noch vor einigen Jahren. “Man merkt, dass die Bevölkerung besser hinschaut und weniger wegwirft”, lautet ihre Bilanz nach der Sammelaktion.

Immer noch viele Zigarettenstummel
Deutlich sichtbar ist das vor allem auf den Gehwegen im Dorfgebiet, die heuer vergleichsweise sauber waren. Ein Problem bleibt jedoch die Landesstraße: Dort finden die Helferinnen und Helfer nach wie vor auffallend viel Abfall, der offensichtlich aus vorbeifahrenden Autos geworfen wird. Ein großes Thema sind weiterhin die Zigarettenstummel. Sie liegen auf Parkplätzen, an Bushaltestellen und entlang der Straßen – klein, unscheinbar, aber in der Masse ein ernsthaftes Umweltproblem. Corinna Amann verweist darauf, dass es kleine Aschenbecher zum Mitnehmen gibt, in denen Zigarettenstummel separat entsorgt werden können, und regt an, diese Möglichkeiten stärker zu nutzen.

Dosenpfand macht sich bemerkbar
Positiv ausgewirkt hat sich das seit einigen Monaten geltende Dosenpfand. “Weggeworfene Dosen und Einweg-Plastikflaschen sind deutlich weniger geworden”, berichtet Amann. Durchgeführt wird der Landschaftsreinigungstag in enger Zusammenarbeit mit den Satteinser Vereinen. Rund 100 Personen waren heuer im Einsatz, ein Großteil davon in Vereinsgruppen, die “ihre” Route mittlerweile gut kennen und jedes Jahr wieder übernehmen. Dieses System hat sich bewährt, verrät Bürgermeister Andreas Dobler: “Man muss nicht mehr viel erklären, die Helferinnen und Helfer kennen sich aus.”

Skurrile Funde
Die Straßenabschnitte im Gemeindegebiet sind gut verteilt, und für viele Gruppen ist die Flurreinigung ein fixer Bestandteil in ihrem Vereinskalender, zu dem man sich gerne trifft, um gemeinsam das Dorf aufzuräumen. “Wir waren wieder im Pfudidetschbach unterwegs”, erklärt Tobias Schäfer vom Verein “Action Connection”. Mit Gummistiefeln ist das kein Problem, und auch die Kinder hatten Spaß. “Unser skurrilster Fund war diesmal kein Müll, sondern ein Tierschädel – vermutlich von einem Marder oder einer Katze.” Einmal wurde ein ganzer Sack voll Müll im Wald gefunden – allerdings war auch ein Briefkuvert mit der Adresse des Verursachers dabei. “Ja, der hat Pech gehabt und eine Strafe bekommen”, erzählt Corinna Amann.

Bewusstseinsbildung schon als Kind
Den Bürgermeister freut es besonders, dass sich viele Kinder und Jugendliche an der Aktion beteiligen: “Es ist wichtig, dass Kinder sehen, was passiert, wenn jemand seinen Müll sorglos wegwirft – nämlich, dass andere ihn wieder aufheben müssen.” Genau darin liegt der zentrale Wert der Aktion: Sie macht deutlich, dass Littering die Allgemeinheit belastet. “Wer als Kind mit Handschuhen und Müllsack unterwegs war, überlegt sich später zweimal, ob eine Verpackung wirklich im Straßengraben landen soll”, ist Andreas Dobler überzeugt. Auch er selbst war als Kind schon mit dabei. Damals noch aus Spaß an der gemeinsamen Aktion, heute mit einem klaren Bewusstsein für den Umweltschutz. MON

Die jährliche Flurreinigung verbindet Umweltanliegen mit sozialem Miteinander und stärkt das Verantwortungsgefühl für den eigenen Lebensraum. Und wie jedes Jahr gab es nach getaner Arbeit eine Jause und Getränke für die Helferinnen und Helfer. Denn der gemütliche Hock gehört schließlich auch dazu.



