Rankweil erklärt Budgetdruck und setzt auf gezielte Konsolidierung

Gemeinde informiert offen über Budgetlage und zeigt Wege aus dem Finanzdruck auf
Rankweil Die finanzielle Situation vieler Vorarlberger Gemeinden ist angespannt – Rankweil bildet da keine Ausnahme. Seit Jahren wachsen die Ausgaben deutlich schneller als die Einnahmen. “Die Situation hat sich nicht kurzfristig ergeben, sondern ist das Ergebnis struktureller Entwicklungen, die viele Gemeinden gleichermaßen betreffen”, erklärte Bürgermeisterin Katharina Wöß-Krall. Rücklagen seien schrittweise aufgebraucht worden, während viele Kosten kaum beeinflussbar seien, auch die Gebarungskontrolle des Landes Vorarlberg habe die angespannte Lage bestätigt. Im Zentrum der Bürger:inneninformation stand die Frage, wie die Gemeinde dennoch handlungsfähig bleiben kann, wobei Wöß-Krall deutlich machte, dass pauschale Einsparungen keine nachhaltige Lösung seien: “Ausreichend zu sparen ist keine Lösung, denn das würde die Qualität und Stabilität unserer Gemeinde langfristig gefährden.”

Ziel sei vielmehr, Rankweil so aufzustellen, dass auch künftig ausreichend Mittel vorhanden sind, um sowohl Pflichtaufgaben zu erfüllen als auch Spielraum für eigene wichtige Projekte zu sichern, ohne kommende Generationen durch hohe Schulden zu belasten. Um das zu erreichen, habe die Gemeinde im Dezember 2025 einen strukturierten Konsolidierungsprozess gestartet, der mehrere Ebenen umfasst, darunter eine konsequente Priorisierung von Investitionen, die enge Verknüpfung von Budget und strategischen Zielen. “Budgetplanung darf kein loses Zahlenspiel sein. Jeder Euro soll dort wirken, wo er den größten Nutzen bringt”, so die Bürgermeisterin. Ergänzend dazu werde ein laufendes Monitoring mit Kennzahlen eingeführt, um gegensteuern zu können, falls sich Entwicklungen ungünstig abzeichnen. Dass einfache Kürzungen nicht funktionieren, zeigt sich laut Gemeinde auch daran, dass hinter den mehr als 4.000 Budgetpositionen konkrete Leistungen für die Bevölkerung stehen, weshalb pauschale Einschnitte schnell zu Problemen führen könnten, etwa wenn notwendige Sanierungen aufgeschoben werden und dadurch langfristig höhere Kosten entstehen. “Wenn wir heute eine wichtige Straßensanierung hinauszögern, sparen wir kurzfristig, riskieren aber langfristig deutlich höhere Schäden und Kosten”, erklärte Wöß-Krall, zugleich verursachen neue Projekte wie Kinderbetreuungseinrichtungen oder Radwege auch laufende Betriebs- und Instandhaltungskosten. Auch auf der Einnahmenseite sind Anpassungen vorgesehen, etwa durch ein aktiveres Leerstandsmanagement oder Änderungen bei der Nutzung gemeindeeigener Einrichtungen, während bei gesetzlich verpflichtenden Aufgaben wie der Infrastruktur die Spielräume naturgemäß begrenzt bleiben, jedoch geprüft wird, ob Investitionen sinnvoll gestreckt werden können, ohne Folgeschäden zu riskieren. Die Bürgermeisterin verwies auf die Notwendigkeit eines ausgewogenen, langfristig orientierten Kurses, die Gemeinde kündigte an, den Konsolidierungsprozess transparent zu kommunizieren und den Dialog mit der Bevölkerung fortzusetzen. VN-TK
