Kapelle des hl. Wolfgang in Dünserberg

Im Ortsteil Bassig wurde 1873 eine neue Kapelle errichtet.
dünserberg In der kleinen Dünserberger Parzelle Bassig befindet sich seit etwa 150 Jahren eine kleine Kapelle, die dem hl. Wolfgang geweiht ist. Zuvor stand an gleicher Stelle bereits ein älteres kleines Gotteshaus, das jedoch abgerissen wurde, weil es baufällig geworden war. Die Familien der insgesamt sieben Häuser des Weilers legten beim Bau des kleinen Gotteshauses selbst Hand an.
In den folgenden Jahrzehnten brachte es die kleine Kapelle durch diverse Spenden zu einem beachtlichen Vermögen, das während des Ersten Weltkriegs aber als Kriegsanleihe dem Staat überlassen wurde. Auch die Glocke wurde heruntergenommen und diente der Pfarrkirche in Schnifis als Ersatz für die wie vielerorts abgelieferten Glocken der Kirche.

Nach dem Krieg blieb angesichts der rasanten Geldentwertung vom Betrag der fällig gewordenen Anleihe nicht mehr viel übrig, sodass die Erhaltung letztlich große Probleme bereitete. 1933 entschloss man sich daher, das baufällig gewordene kleine Gotteshaus umfassend zu renovieren. Der Dachstuhl wurde komplett abgetragen und neu gezimmert. Zuvor hatte man den Dachreiter, unter dessen Zwiebeltürmchen sich auch wieder eine Glocke befand, als Ganzes abgehoben. Die metallene Zwiebel wurde neu gestrichen, und nach Fertigstellung des Daches wurde der Dachreiter wieder an seine alte Stelle hochgezogen.
Nach der Außenrenovierung, die von Fachleuten mit Hilfe der sieben Familien in Bassig durchgeführt worden war, machte man sich an die Erneuerung des Innenraums. Dort wurde der alte kleine Altar durch einen neuen ersetzt, der von Pfarrer Hermann Roth von Schnifis finanziert wurde. Nun gab es auch die Möglichkeit, in der Kapelle nicht nur Andachten, sondern auch Messen abzuhalten. Zu Beginn der 1990er-Jahre erfolgte schließlich eine umfassende Innenrenovierung der Kapelle, die ihr das heutige Erscheinungsbild gab.
Die ostseitige Altarwand wird von einem riesigen, mit einem marmorierten Ornamentrahmen eingefassten Bild des hl. Wolfgang beherrscht. Br. Andreas (Johann) Käppeli von Mühlau, Benediktinermönch in Einsiedeln, zeigt den im Messgewand sitzenden Heiligen mit seinen typischen ikonografischen Attributen: Er trägt die Mitra und hält ein Buch in der Hand. Vor ihm lehnt eine Axt an einem Baumstrunk – Hinweis auf die Gründung von St. Wolfgang, im Hintergrund ist eine Kirche zu sehen und der heraneilende Hirt verweist auf sein Patronat. Sein Blick ist auf die von einem Strahlenkranz umrahmte, gekrönte Muttergottes mit dem Jesukind gerichtet, ein Hinweis auf die Muttergottes von Einsiedeln.
Neben dem dominanten Altarbild stehen auf zwei schmalen Wandkästen zwei Figuren, links wohl die hl. Thérèse von Lisieux mit ihren Attributen Blumen und Kreuz und rechts eine Herz-Jesu-Darstellung. Ein weiterer besonderer Kunstgegenstand befindet sich an der rechten Wand: Auf einem kleinen Sockel steht eine hölzerne Muttergottes mit Jesukind und Zepter, eine Kopie der Einsiedler Madonna, die vor zehn Jahren nach Bassig kam, da die Pfarre Schnifis, zu der auch Dünserberg gehört, von Einsiedeln betreut wird. OS