Wenn Roboter lernen und Gummibären wachsen: Kinder im MINT-Fieber

Ausgebuchte Workshops zeigen große Begeisterung für Technik und Experimente.
Götzis Programmieren, tüfteln, ausprobieren – und das mit sichtbarer Begeisterung: Im Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast haben zahlreiche Kinder und Jugendliche in den Osterferien an drei Tagen die Welt der MINT-Fächer für sich entdeckt. Das Angebot der MINT-Region Vorderland/amKumma war so gefragt, dass sämtliche Workshops restlos ausgebucht waren. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Vorarlberg nutzten die Gelegenheit, sich spielerisch und praxisnah mit Themen wie Robotik, Künstlicher Intelligenz und Technik auseinanderzusetzen.

Im Mittelpunkt stand dabei stets das eigene Erleben. So programmierten die Kinder im Workshop rund um den Roboter “Thymio” eigenständig Abläufe und brachten das Gerät dazu, ein Labyrinth zu durchqueren. Was zunächst wie ein Spiel wirkt, vermittelte grundlegende Prinzipien der Informatik: Sensoren erkennen Hindernisse, Befehle steuern Bewegungen, Entscheidungen werden logisch getroffen. Die Rückmeldung – der Roboter fährt oder eben nicht – sorgte für schnelle Erfolgserlebnisse und weckte bei vielen den Ehrgeiz, ihre Programme weiter zu verbessern.

Einen Zugang wählte das Format rund um Künstliche Intelligenz. Mit kleinen digitalen Figuren, den sogenannten Morphs, erkundeten die Teilnehmer, wie Maschinen lernen und welche Rolle Daten und Training dabei spielen. Schritt für Schritt wurde sichtbar, dass KI nicht “magisch” funktioniert, sondern auf nachvollziehbaren Prozessen basiert – und dass der Mensch dabei eine entscheidende Rolle einnimmt. Die Frage, wo KI im Alltag am besten eingesetzt werden kann.

Mit dem Mikro-Computer “micro:bit” wurde intensiv gearbeitet. Ob selbst programmierte Spiele oder ein einfacher Rückfahrassistent für ein Modellauto – die Jugendlichen entwickelten eigene Anwendungen und lernten dabei, wie Hardware und Software ineinandergreifen. Gerade dieser praktische Zugang erwies sich als besonders motivierend, weil Ideen unmittelbar sichtbar wurden.
Für zusätzliche Abwechslung sorgte die sogenannte MINT-Experimentierküche. Hier stellten die Kinder ihre eigenen Gummibärchen her, kombinierten verschiedene Geschmacksrichtungen und lernten nebenbei, welche chemischen Prozesse hinter der Herstellung stecken. Vom ersten Experiment bis zum fertigen Produkt wurde nachvollziehbar, wie aus einzelnen Zutaten etwas völlig Neues entsteht.

“Die Workshops waren an allen Terminen vollständig ausgebucht, das Interesse ist enorm”, sagte Koordinator Norbert Preg. Auch der Geschäftsführer des Bildungshauses, Daniel Mutschlechner, zeigte sich zufrieden und verwies auf die große Begeisterung der Kinder. Unterstützt von Helfern lief das Programm reibungslos ab.
Das Konzept ging damit klar auf: Komplexe Themen wurden greifbar gemacht, ohne sie zu vereinfachen. Für viele der jungen Teilnehmer dürfte es nicht die letzte Begegnung mit Technik und Wissenschaft gewesen sein – im Gegenteil, bei manchen wurde hier wohl der Grundstein für eine nachhaltige Neugier gelegt. VN-TK








