Ein seltenes Spektakel: Das Schrunser Münster wird mit neuen Glocken bestückt

Heimat / 15.04.2026 • 16:29 Uhr
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Pfarrkirchenrat Heinz Fleisch nahm die Glocken in Empfang. Bilder: VN/JUN

Im Schrunser Münster wurden die alten Stahlglocken durch sechs neue Bronzeglocken ersetzt.

Schruns Die Glocken im Schrunser Münster sind zurzeit verstummt. Vor dem 72 Meter hohen Kirchturm stand am Mittwoch ein Kran mit Hebebühne, daneben ein Pritschenwagen mit glänzenden Bronzeglocken und drumherum zahlreiche Schaulustige, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollten.

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Die Glocken sind bereit, eingesetzt zu werden.
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Es gibt einen genauen Plan, welche Glocke wohin kommt.

Die Schrunser Glocken werden ausgetauscht. Die alten Stahlglocken aus dem Jahr 1922 haben ausgedient. Sie hatten bereits leichte Risse und hallten nach. Man spricht von einer „Ermüdung der Glocken“, erklärte Pfarrkirchenrat und Projektbetreuer Heinz Fleisch von der Fleisch Loser Bauprojektabwicklung GmbH. Zwei der alten Glocken wurden an Liebhaber verkauft. Die anderen beiden Stahlglocken, bei denen bereits der Ring weggeschnitten wurde, um sie aus dem Kirchturm zu bergen, wurden entsorgt. Zuvor hatte man die Glocken entweiht.

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Richard Maislinger setzt die Glocken im Glockenstuhl ein.
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Insgesamt sechs Bronzeglocken werden eingesetzt.

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Messungen ergaben, dass der Glockenstuhl aus Stahl leichte Erschütterungen im Kirchturm verursachte. Deshalb wurde der obere und untere Glockenstuhl komplett aus Lärchenholz erneuert. Das Holz nimmt die Schwingungen besser auf und schont dadurch den Kirchturm.

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Mit der ausziehbaren Hebebühne lassen sich die Glocken leichter in den Kirchturm hieven.
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Das erweiterte Loch, durch das die Glocken gehoben werden, wird danach wieder ausgebessert.

Nur die Totenglocke bleibt erhalten

Sechs neue, unterschiedlich große Bronzeglocken von der Glockengießerei Bachert aus Deutschland halten nun Einzug in den neu gebauten Glockenstuhl. Die Totenglocke aus dem Jahr 1622 ist die einzige Glocke, die erhalten bleibt und weiter verwendet wird. Sie wird nur geläutet, wenn jemand gestorben ist.

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Es gibt sechs verschiedene Glocken, das hier ist die Hl. Geist-Glocke.
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Heinz Fleisch und Martin Kleboth von Kieber Holzbau: Das Einsetzen der Glocken geht Hand in Hand.

Heinz Fleisch stand mit dem Kranführer und den Zimmerern von Kieber Holzbau auf einer ausziehbaren Hebebühne, die sich nivellieren lässt. So konnte die Hebebühne direkt bis zum offenen Glockenstuhl ausgefahren werden, ohne dass ein Spalt dazwischen war. Mit dem Kran wurden die Glocken nach oben gehoben und dort von Heinz Fleisch und den Arbeitern in Empfang genommen. Im Glockenstuhl wartete Richard Maislinger von der Firma Schauer & Sachs, der die Glocken an ihre richtige Position brachte. Die Glocken mussten zunächst von der Winde des Krans auf die Winde im Glockenstuhl umgehängt werden. Die mit 1443 Kilogramm größte und schwerste Glocke wurde als Letztes mit einem Kettenzug in Millimeterarbeit an die richtige Stelle gezogen.

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Präzises Arbeiten ist gefragt.

3,8 Tonnen Gesamtgewicht

Die anderen Glocken wiegen 826, 583, 439, 311 und 219 Kilogramm und werden teils parallel, teils versetzt von oben nach unten eingehängt. Dabei gibt es einen genauen Plan, welche Glocke wohin kommt. Insgesamt bringen die Glocken ca. 3,8 Tonnen auf die Waage. Volksschüler durften zwei Bilder entwerfen, die nun je eine Glocke zieren.

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Im Glockenstuhl werden die Glocken dann an die richtige Position gebracht.
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Mit einer Winde werden die Glocken hochgezogen.

Das Gröbste ist nun erledigt. Jetzt geht es in die Feinarbeit. Zuerst müssen die hölzernen Reiter oben an den Glocken angebracht werden, damit diese schwingen können. Auch die Klöppel fehlen noch. Jede Glocke hat eine andere Klangfarbe und ist vorgestimmt. Die Schnelligkeit der Schwingung wird aber vor Ort festgelegt.

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Es ist eng im Glockenstuhl.
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Am Münsterplatz warten bereits die nächsten Glocken.

350.000 Euro kosten die neuen Bronzeglocken sowie der neue Glockenstuhl und der Einbau. Finanziert wird der Betrag durch Spenden. Seit einem Jahr ist der Glockentausch in Planung, nun wurde er umgesetzt. In der zweiten Maiwoche werden die Glocken wieder läuten.

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Die Jugendglocke hat auch ihren Platz gefunden.
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Das Herz hat die Volksschule Schruns entworfen.
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Der Glockenstuhl ist aus Lärchenholz gefertigt.
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Die Familienglocke mit Jesus, Maria und Josef
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Für Heinz Fleisch war es ein besonderer Arbeitseinsatz.
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Auch das Bild stammt von den Volksschülern.
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Um den Kirchturm nicht zu beschädigen, legen sie einen Holzbalken zwischen Kette und Wand.
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Zahlreiche Schaulustige kamen vorbei.
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Zwar stehen die Glocken am richtigen Platz, aber die Arbeit ist noch längst nicht fertig.
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Die größte und schwerste Glocke musste mit Folie und Decke eingewickelt werden, damit sie nicht beim Einsetzen beschädigt wird.
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Kleiner darf das Loch nicht sein, denn sonst wäre die größte Glocke steckengeblieben.
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1443 Kilogramm fliegen durch die Gegend.
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Dann war Millimeterarbeit gefragt.
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Die größte Glocke trägt den Schriftzug “Münsterglocke St. Jodok”
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Das ist die Münsterglocke. Die fünf weiteren Glocken heißen: Bischofsglocke, Hl. Geist-Glocke, Jugendglocke, Familienglocke und Papstglocke
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Haarscharf passt die Glocke durch die Öffnung in den Glockenstuhl.