Egon Latzer: Spuren im Schnee und in den Herzen

Dankbar, tolerant, wertschätzend und immer mit einem Augenzwinkern – so lebte Egon Latzer vor, was wirklich wichtig ist im Leben.
Von Ulrike Müller
Lustenau Egon wurde am 13. April 1940 als zweitjüngstes von acht Kindern in Nenzing geboren. In einer Großfamilie aufzuwachsen bedeutete Zusammenhalt und vor allem viele gemeinsame Erlebnisse. Egon hatte eine schöne Kindheit und Jugend, an die er sich immer gerne erinnerte. Nach dem Pflichtschulbesuch ging er mit 15 Jahren in die Schweiz, um bei seiner älteren Schwester Eugenie in der Metzgerei und Tierhandlung zu arbeiten.

Doch nach einiger Zeit zog es Egon wieder zurück ins Ländle und er lernte im Jahr 1965 seine erste Frau Waltraud kennen. Einige Jahre später wurden die Töchter Alexandra und Sabine geboren, die sein Leben auf besondere Art bereicherten. Nachdem diese Ehe auseinandergegangen war, fand Egon 1984 in Gerda eine neue Lebensgefährtin. Ihre drei Kinder, Gabriele, Markus und Esther, damals schon fast erwachsenen, mochten Egon von der ersten Minute an. Es folgten viele glückliche Jahre, ein Zusammenwachsen von zwei Familien und schöne Feste, Ausflüge und Urlaube. Wobei Südtirol und verschiedene Orte in Italien besonders gern bereist wurden, nicht nur wegen des feinen Weins.
40 Jahre lang war Egon der Firma Reifen Profi treu, bis er die wohlverdiente Pension antrat. Über zwei Jahrzehnte konnte er diese rüstig und voller Genuss auskosten. Mehr Zeit für seine Familie und als liebevoller Opa für seine acht Enkel zu haben, war ihm sehr wichtig. Das Sahnehäubchen war vor Kurzem noch die Geburt seiner Urenkelin Maliya Lu.
Zeit nahm sich Egon auch dafür, mit seinen langjährigen Freunden Dietmar und Sepp viele Spiele im Austria-Stadion und auch in der Cashpoint-Arena in Altach zu besuchen. Es wurde mitgefiebert und natürlich „nochigjassat“. Diese wertvollen Stunden waren für ihn eine große Bereicherung.

Daheim im schmucken Haus in Lustenau fühlte er sich mit seiner Frau Gerda sehr wohl. Mit den gleichgesinnten Nachbarn, „den Sägerströsslar“, entstand eine langjährige Freundschaft, geprägt von vielen fröhlichen Stunden und gemeinsamen Ausflügen, unter anderen natürlich auch in den „Nenzinger Himmel“. Zu seinem 80. Geburtstag überraschte ihn die Freundesrunde mit einer Fahrt rund ums Ländle, bei der Egon – fit und gut gelaunt – bei einem Fläschchen Rotwein eine seiner herzlichen Reden hielt.
Bis zu seinem 80. Lebensjahr übte er sein allergrößtes Hobby aus – das Skifahren. Traditionell fuhr er mit seinen Bregenzer und Hörbranzer Freunden mehr als 30 Jahre lang in den Skiurlaub nach Saalbach-Hinterglemm. Mit Pulverschnee, Sonnenschein und so manchem Einkehrschwung wurden Erinnerungen geschaffen. Egons Kinder und Enkel haben diese Leidenschaft übernommen und wetteifern, wer frühmorgens zuerst auf der Piste ist, um den „glattgewalzten Teppich“ zu nützen – das erinnert an den Opa, als er noch dabei war und selbst der Erste sein wollte. Seine Familie hielt ihn jung, und Stieftochter Esther sorgte dafür, dass Egon immer wieder über sich selbst lachen musste, wenn es ihr gelang, ihn „in den April“ zu schicken.

Vorbildlich war die langjährige Ehe mit Gerda – geprägt von Vertrauen, Wertschätzung und Liebe. Am 06.06.2026 hätten sie ihren vierzigsten Hochzeitstag gefeiert. Als letztes Jahr am Hochzeitstag eine Enkelin den Opa fragte, was denn das Wichtigste an einer glücklichen Ehe sei, sagte Egon spontan: „Toleranz!“.
Egon strahlte stets eine große Dankbarkeit aus – besonders für seine Familie und für all die Jahre, die er erleben durfte. So war er auch in seinen letzten Tagen „zfrieda und dankbar“, als sein Lebenslicht am 26. Februar langsam erlosch.

Begleitet durch: Bestattung Petschenig
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