Wie Gemeinschaft vor Einsamkeit schützt

Heimat / 17.04.2026 • 10:25 Uhr
Ramona Sieber vom analog.café referierte über Einsamkeit.
Ramona Sieberer vom analog.café referierte über Einsamkeit.Andrea Fritz-Pinggera

Ein Referat zeigte, wie gemeinschaftliches Wohnen Einsamkeit im Alter vorbeugen kann.

Feldkirch Beim Informationsabend der ersten privaten Baugenossenschaft “Gemeinsam bauen und Wohnen in Vorarlberg” im Haus am Katzenturm in Feldkirch ging es um weit mehr als um Pläne, Kosten und Mitgliedschaft. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Selbstständigkeit im Alter mit Nähe, Austausch und Verlässlichkeit verbinden lässt.

Einsamkeit als gesellschaftliches Thema

Ramona Sieberer, Ergotherapeutin, Gesundheitswissenschaftlerin und Betreiberin des analog.café in Feldkirch-Gisingen, sprach über Einsamkeit und Begegnung. Sie machte deutlich, dass Einsamkeit nicht mit dem Alleinsein gleichzusetzen ist, sondern als schmerzlicher Mangel an echter Verbindung erlebt wird. Gerade im Alter könne daraus ein dauerhafter Zustand werden, der auch die Gesundheit belastet. Sieberer verwies auf die Wechselwirkung von sozialer Isolation, Rückzug und körperlichem wie seelischem Abbau. Umso wichtiger seien niederschwellige Orte, an denen Begegnung selbstverständlich werde. Mit dem analog.café verfolgt sie genau diesen Ansatz: Gemeinschaft soll dort nicht als Hilfsangebot erscheinen, sondern als normaler Teil des Alltags.

Alltag mit Mitgestaltung

Von dort führte der Abend direkt zum gemeinschaftlichen Wohnen. Sieberer zeigte auf, warum solche Wohnformen Einsamkeit entgegenwirken können: weil sie Sichtbarkeit schaffen, Selbstwirksamkeit fördern und Begegnung in den Alltag einbetten. Wer in einer nachbarschaftlich organisierten Wohnform lebt, bleibt weniger leicht anonym. Man sieht einander, teilt Interessen, Aufgaben und mitunter auch Mahlzeiten.

Josef Gojo erläuterte die Funktionsweise gemeinschaftlicher Wohnprojekte.
Josef Gojo erläuterte die Funktionsweise gemeinschaftlicher Wohnprojekte.

Daran knüpfte Josef Gojo vom Verein Weiterwohnen für die Genossenschaft GBW an. Er erläuterte Grundlagen, Planung und Organisation genossenschaftlicher Wohnprojekte und zeigte, worin sie sich von herkömmlichen Wohnformen unterscheiden. Anschließend stellte er das Wohnbauprojekt “WIR am Lehenweg” in Bregenz konkret vor – mit Einblicken in Planungsstand, Kostenstruktur und Wegen zur Mitgliedschaft. Die Genossenschaft GBW plant, in allen Bezirken gemeinschaftliche Wohnprojekte zu entwickeln. AFP

Informationen zur Genossenschaft GBW gibt es unter www.gbw-vorarlberg.at.