Mit kleinem Team viel bewegt

Der Dorfgeschichteverein Fußach zeigte, wie lebendig Ortsgeschichte sein kann.
Fußach Was ein kleines, sehr engagiertes Team leisten kann, wurde bei der Jahreshauptversammlung des Dorfgeschichtevereins Fußach eindrucksvoll sichtbar. Obmann Friedrich Schneider blickte auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres zurück: Mit Vorträgen, Lesungen, Gedenkarbeit, Recherchen und sorgfältiger Archivpflege stellte der Verein erneut ein dichtes, öffentlich stark beachtetes Programm auf die Beine. Das rege Interesse in der Alten Stickerei zeigte, dass Geschichte in Fußach mit Offenheit und Genauigkeit ins Dorf getragen wird.

Ein wichtiger Schritt gelang mit dem heuer erfolgten Umzug in den neuen Archivraum. Seither können historische Unterlagen direkt vor Ort gesichtet, geordnet und mit einem leistungsfähigen Spezialgerät eingescannt werden. Alte Bücher wurden gereinigt und restauriert, Dokumente katalogisiert, Bildbestände gesichert. Diese Arbeit, unter anderem von Carmen Schneider, geschieht meist im Hintergrund, bildet aber die Grundlage für alles, was der Verein nach außen vermittelt. Kassier Reinhard Blum hob im Rahmen der Versammlung auch die Unterstützung durch die Gemeinde ausdrücklich positiv hervor.

Kleines, kompetentes Team
Auch inhaltlich war das vergangene Vereinsjahr breit aufgestellt. Zu den markantesten Schwerpunkten zählte die Auseinandersetzung mit dem Thema „Arbeit unter Zwang in Fußach“, das in einer Stelenpräsentation und einem Vortrag in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Hohenems aufgegriffen wurde. Daneben standen weitere historische Themen, Lesungen und Buchpräsentationen auf dem Programm. Gerade diese Verbindung aus lokaler Verankerung, zeitgeschichtlicher Genauigkeit und öffentlicher Vermittlung macht die Arbeit des Vereins besonders wertvoll. Getragen wird sie von einem kleinen Kreis, der mit großer Verlässlichkeit und genauer Kenntnis der Ortsgeschichte arbeitet. Dazu zählt auch Vorstandsmitglied Thomas Kaltenbrunner, pensionierter Musikschullehrer und engagierter Fotoarchivar. Gemeinsam mit Gerda Leipold und Friedrich Schneider sichtete er nach dem Umzug ins neue Archiv umfangreiche Bestände. Dabei kamen auch bisher unbekannte Unterlagen zum Vorschein, die neue Einblicke in die Entwicklung des Fußacher Hafen- und Sporthafenbereichs in den 1960er-Jahren eröffnen.

Spannender Vortrag
Diese Funde nahm Dr. Gerald Mathis, Autor zahlreicher Fachartikel und Bücher, zum Anlass für einen Vortrag bei der Jahreshauptversammlung. Die Unterlagen zeigen, wie weitsichtig die damaligen Gemeindeverantwortlichen bei der Ausbaggerung des Hafens und der Einfahrtsrinne nach der starken Verlandung durch den Rhein vorgingen. Ohne diese frühen Entscheidungen wäre die heutige Hafen- und Freizeitinfrastruktur in Fußach kaum denkbar. Beim anschließenden Umtrunk tauschten sich die Gäste, darunter Bürgermeister Thomas Fitz, die Gemeindevorstände Stefan Niederer und Thomas Bösch sowie Altbürgermeister Peter Böhler, angeregt über Vergangenes und Kommendes aus. Dank galt dem Dorfgeschichteverein, der mit viel Gespür sammelt und bewahrt, forscht, einordnet und erzählt und damit die Geschichte der einst bedeutsamen Ansiedlung Fußach sichtbar hält.



