Dreifach wertvoll: Vandans setzt auf aktive Waldbewirtschaftung

Nachhaltige Waldbewirtschaftung verbindet Klimaschutz und regionale Energieversorgung.
Vandans Die Gemeinde Vandans zeigt im Gemeindewald Mansaura, wie sich Klimaschutz und Versorgungssicherheit verbinden lassen. Anlass war eine Holznutzung, bei der auch auf den Klimacent-Fonds “Wald und Holz” aufmerksam gemacht wurde. Im Mittelpunkt steht dabei die aktive Waldbewirtschaftung, die neben messbaren CO₂-Effekten auch zahlreiche wirtschaftliche und ökologische Vorteile bringt. Bürgermeister Florian Küng sieht darin einen klaren Zukunftsweg: “Unser Gemeindewald ist Schutzraum, Lebensraum und Wirtschaftsfaktor zugleich. Mit einer aktiven Bewirtschaftung sichern wir diese Funktionen nachhaltig ab und machen den Wald fit für kommende Generationen.” Gerade angesichts klimatischer Veränderungen brauche es stabile und widerstandsfähige Bestände.

Regionale Rohstoffsicherheit
Die Rahmenbedingungen könnten kaum aktueller sein. Während Klimaschutzmaßnahmen oft in den Hintergrund geraten, rückt die Bedeutung der Energie- und Rohstoffsicherheit – etwa durch geopolitische Entwicklungen – in den Fokus. “Die gute Nachricht ist, dass sich beide Ziele mit einer aktiven Waldbewirtschaftung sehr gut verbinden lassen”, betont Thomas Ölz vom Vorarlberger Waldverein. “Holz als regionaler Baustoff und Energieträger bietet noch deutlich mehr nachhaltiges Nutzungspotenzial direkt vor der Haustür.” Noch wird dieses Potenzial nicht ausgeschöpft. “In Vorarlberg nutzen wir rund 350.000 Festmeter Holz jährlich, möglich wären etwa 500.000 Festmeter – also in etwa der jährliche Zuwachs”, so Ölz. Entscheidend sei die Qualität der Bewirtschaftung: “Ziel sind strukturreiche Mischwälder, die resilient, klimafit und stabil sind.”

Waldbewirtschaftung ist Klimaschutz
Aktive Waldbewirtschaftung gilt auch als effektive Klimaschutzmaßnahme. Wälder speichern CO₂ jedoch nur bis zu einem gewissen Gleichgewichtszustand. “Durch Nutzung und Verjüngung halten wir den Wald aufnahmefähig und stabil”, erklärt Ölz. Zusätzlich werde Kohlenstoff langfristig in Holzprodukten gebunden. Der Geschäftsführer der Arge Erneuerbare Energie, Patrick Dornik, verweist auf einen weiteren Hebel: “Gerade im Bausektor und in der Energieversorgung kann Holz CO₂-intensive Materialien ersetzen. Diese Substitutionswirkung ist enorm und eröffnet große Chancen für Klimaschutz und regionale Wertschöpfung.”
Anreize schaffen
Ein zentrales Instrument dabei ist der Klimacent-Fonds “Wald und Holz”, der gezielt Anreize schafft. “Mit dem Fonds wird eine nachhaltige, naturnahe Bewirtschaftung unterstützt und wirtschaftlich attraktiver gemacht”, so Ölz. In Vandans konnte ein Beitrag von sieben Euro pro Festmeter lukriert werden. Perspektivisch liege das Potenzial deutlich höher: “Über CO₂-Bewertungen könnten rund 40 Euro pro Festmeter zusätzlich generiert werden. Das wäre ein entscheidender Faktor für eine rentable Bewirtschaftung und gleichzeitig ein starker Motor für den Klimaschutz.”
Woher kommt das Geld?
Der Fonds selbst wird durch freiwillige Beiträge gespeist. “Der Klimacent bietet Gemeinden, Unternehmen und Privatpersonen eine einfache Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen”, erklärt Cordula Kreidl. “Durch Beiträge für eigene CO₂-Emissionen werden regionale Projekte – von Wald und Holz über Landwirtschaft bis hin zu Mobilität oder Moorschutz – unterstützt. Gleichzeitig entsteht ein wachsendes Vorreiternetzwerk für echte CO₂-Kostenwahrheit.” Getragen wird die Plattform seit über zehn Jahren von zahlreichen Partnern in Vorarlberg. Der Fonds “Wald und Holz” wird über den Vorarlberger Waldverein gemanagt, Ansprechpartner für Interessierte ist Thomas Ölz. STO
Weitere Informationen sowie Möglichkeiten zur Beteiligung gibt es unter www.klimacent.at.