Bald soll Dornbirn entscheiden, ob hier Kinder und Senioren ihren Alltag verbringen sollen

Heimat / 13.05.2026 • 08:50 Uhr
Bald soll Dornbirn entscheiden, ob hier Kinder und Senioren ihren Alltag verbringen sollen
Das Grundstück neben dem Wald, das die Stadt 2025 nun doch erwerben konnte.VN/Rauch

Seit 2020 gibt es die Volksschule Forach – nur ohne Schulgebäude im Forach.

Dornbirn “Wir im Hochbau wären parat”, versichert Hochbaustadtrat Christoph Waibel. Bleibt es bei den aktuellen Plänen, wäre ein Bezug der Volksschule Forach mit Sommer 2031 denkbar. Der Weg dahin war lang.

Bald soll Dornbirn entscheiden, ob hier Kinder und Senioren ihren Alltag verbringen sollen
Dieses Waldstück hätte der Schule weichen sollen, nun ist es Matthias Rauch

Die Volksschule Forach wurde im Herbst 2020 gegründet, noch ohne Schulgebäude. Unterrichtet wurde sie in der Ausweichschule Fischbach, die einen Monat nach Schulbeginn durch eine Explosion zerstört wurde und neu erbaut werden musste. Parallel liefen ein Architekturwettbewerb und erste Planungen für den Bau der VS Forach, auf einem engen Waldstück zwischen Karlsgraben und Müllerbach. Der Widerstand war groß: Anrainer kritisierten den Standort als denkbar ungeeignet, nicht zuletzt Grüne und Neos ärgerten sich über die geschätzten Kosten von 30 Millionen Euro.

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2025 konnte eine größere, unbewaldete Fläche neben dem Waldstück gesichert werden. Darauf soll nun neben der Volksschule auch ein Kindergarten und ein Pflegeheim entstehen, die bisherigen Planungen wurden aufgrund der ausufernden Kosten eingestellt. Parallel schulte der erste Jahrgang der VS Forach bereits wieder aus.

Planung und Leitbild

Seit Februar läuft innerhalb der Stadtverwaltung ein kooperatives, abteilungsübergreifendes Planungsverfahren. Bis Ende Juni soll das städtebauliche Leitbild vorliegen. Da man auf die bestehenden Baupläne der erneuerten Ausweichschule zurückgreifen will, werde die Schule um einiges günstiger, versichert der freiheitliche Gemeindepolitiker. “Die ersten eineinhalb Millionen Euro sparen wir uns allein schon, da wir nicht zwei Stockwerke tief in den Boden hinunterbauen müssen”, erklärt der Stadtrat. Insgesamt werde man die Baukosten um ein Drittel auf etwa 21 Millionen Euro reduzieren können, ohne auf Klassenräume verzichten zu müssen. Die Kostenreduktion habe man geprüft und verifiziert.

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Noch laufen die Prüfungen, auch mit Blick auf das Pflegeheim. Denkbar wäre etwa, das nun doch verschonte Wäldchen mit einer Brücke für die Schule und das Pflegeheim begehbar zu machen. Waibel hofft, mit dem Gesamtprojekt Alt und Jung einen gemeinsamen Raum ermöglichen zu können.

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Die neu erbaute und um einen Turnsaal und weitere Unterrichtsräume aufgestockte Ausweichschule Fischbach.stadt dornbirn

Auch eine Frage des Geldes

Beschlossen ist noch nichts, das fertige Leitbild als auch die Einzelprojekte müssen von der Stadtvertretung debattiert und beschlossen werden. Die Stadt müsse zuerst den alten Baubeschluss aufheben und auf Basis der derzeit entstehenden Pläne einen neuen Beschluss fassen. Dies sei jedoch nur eine Formalität, ist Waibel überzeugt. Er räumt jedoch ein, dass auch in Dornbirn die Budgetlage der Gemeinden einen Einfluss auf den Baubeginn haben könnte.

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Der Zeitdruck für diese Entscheidung habe jedoch etwas nachgelassen: Mit dem Neubau der Ausweichschule verfügt diese nun seit 2023 über ein zusätzliches Stockwerk, auf dem auch eine Turnhalle untergebracht ist. Hinzu kommt, dass der Kindergarten inzwischen von der Ausweichschule Fischbach nach Haselstauden umgesiedelt wurde. Die Ausweichschule drohe damit nicht mehr, aus allen Nähten zu platzen. “Das heißt, der Druck ist jetzt nicht mehr so immens groß”, freut sich Waibel um etwas zeitlichen Spielraum.