Historische Annakapelle in Galaferda

Heimat / 15.05.2026 • 13:11 Uhr
Die Annakapelle am Rand des Daleuwaldes in Brand (Foto OS)
Die Annakapelle am Rand des Daleuwaldes in Brand.Otto Schwald

Die Kapelle erhielt im späten 19. Jahrhundert eine Lourdesgrotte.

Bludenz Auf dem Weg nach Brand befindet sich vor der Ortseinfahrt im Weiler Galaferda eine Kapelle. Sie thront auf der rechten Seite der Straße auf einer Anhöhe am Rand des Daleuwaldes. Das kleine Gotteshaus wurde im Jahr 1709 errichtet und zu Ehren der hl. Anna geweiht. Im frühen 19. Jahrhundert erwähnt Pfarrer Franz Mäser in seiner Pfarrbeschreibung eine Stiftung für zwei Jahrtagsmessen und auch drei jährliche Kreuzgänge der Pfarrangehörigen zur Kapelle.

Hinter dem Gitter zum Chor befindet sich eine Lourdesgrotte (Foto OS)
Hinter dem Gitter zum Chor befindet sich eine Lourdesgrotte (Foto OS)

Die Kapelle, die nach Osten ausgerichtet ist, hat einen rechteckigen Grundriss von ca. neun mal fünf Metern. Die Mauern sind für ein solch kleines Gebäude sehr hoch und werden auf beiden Seiten von zwei Rundbogenfenstern durchbrochen. Auch die zweiflüglige Eingangstüre an der Westseite weist eine Rundbogenform auf. Das steile Satteldach, das bis auf ca. acht Meter hochragt, ist mit Lärchenschindeln gedeckt. Etwa in der Mitte des Firsts befindet sich ein Dachreiter mit einer kleinen Glocke. Zwischenzeitlich hatte man 1908 das Türmchen in eine geschlossene viereckige Form mit Rundbogen- und Schalllochfenstern umgebaut, kehrte aber 1994 im Zuge einer umfassenden Renovierung wieder zur alten Variante zurück.  Auf den zwei Stützbalken wurde damals der heutige, ebenfalls geschindelte Helm angebracht, an dessen Spitze ein schlichtes metallenes Kreuz hochragt.

Das Innere der Kapelle – 1997/98 erfolgte auch in diesem Bereich eine Renovierung – ist unterteilt in einen hohen Betraum, in dem drei Mittelbankreihen stehen, die Platz für etwa zwölf Besucher bieten, und den Chor im ostseitigen Teil. Auffallend ist das mit Ornamenten bemalte Kreuzrippengewölbe; auch die Leibungen der Fenster sind in den gleichen Pastelltönen ornamental verziert. Der Altarraum ist durch ein grün bemaltes schmiedeeisernes Gitter abgetrennt. Dieses wurde eingebaut, als die Kapelle 1889 – dem damaligen Zeittrend folgend – eine Lourdesgrotte erhielt. In ihrem Blickpunkt steht eine Marienfigur, die aus der Werkstatt des Bildhauers Ferdinand Demetz aus St. Ulrich im Grödental stammt. Das Wandbild über dem Eingang, das 1913 vom Bludenzer Maler Anton Jehly restauriert wurde, zeigt die Gottesmutter mit ihrer Mutter, der hl. Anna. Dieses Bild ist heute der einzige Hinweis auf die Patronin des kleinen Kirchleins.