Vorarlberger Tüftler bringen E-Mobilität nach Tansania

Vorarlberger Start-up und die Eine-Welt-Gruppe entwickeln klimafreundliche Mobilität.
Schlins Es sind zwei, die sich gefunden haben: Auf der einen Seite die “Eine-Welt-Gruppe Schlins-Röns”, die sich seit über 40 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit in Tansania engagiert, und auf der anderen Seite drei topmotivierte Studenten der FH Dornbirn, die im Rahmen ihres Mechatronik-Studiums ein Semesterprojekt umsetzen wollten. Davon profitieren Menschen in ärmlichen Regionen Tansanias – einem von großer Armut betroffenen Land in Ostafrika. Doch der Reihe nach: “In den ländlichen Regionen des Landes werden für Transporte meist dreirädrige Lastenfahrzeuge (Tuktuks) oder Motorräder eingesetzt, auf den Feldern unterstützen Einachsschlepper die landwirtschaftliche Arbeit. Diese Fahrzeuge wurden bislang nahezu ausschließlich von Verbrennungsmotoren angetrieben”, berichtet Reinold Amann von der “Eine-Welt-Gruppe Schlins-Röns”. “Wir haben in ganz Ostafrika kein Beispiel funktionierender E-Mobilität gefunden, das den rauen Bedingungen hier im Hochland Tansanias gerecht wird”, spricht Reinold Amann oft extreme Starkregen und damit verbundenen Schlamm auf den Straßen an, die ein Weiterkommen unmöglich machen. Zudem seien die sogenannten “Powertiller” im Betrieb sehr teuer und klimaschädlich. Vorarlberg ist hier für Handwerk mit guten Lösungen in hoher Qualität bekannt, und so haben Daniel Bickel, Markus Erhard und Philipp Rigo einen Schlepper mit E-Antrieb entwickelt, der vor Ort in einem landwirtschaftlichen Schulungsbetrieb in der Region Iringa eingesetzt wird.

Ein Beispiel macht Schule
“Es ging dabei nicht nur um den Bau eines solchen Schleppers. Es war uns wichtig, dass sämtliche Komponenten auch für die Menschen in Afrika zugänglich sind, damit der Prototyp in Serie gehen kann”, erläutert Philipp Rigo. Apropos Prototyp: Ein solcher wurde im Großwalsertal zusammengebaut und bewährt sich dort auf der Türtschalpe. “Hier wollten wir auf Nummer sicher gehen, falls etwas nicht funktionieren sollte, sind Ersatzteile in Tansania oft schwer und manchmal gar nicht erhältlich”, erklärt Daniel Bickel. Die engagierten jungen Männer reisten dann auf eigene Kosten selbst ins Projektgebiet, um ihre Entwicklung auf einem lokal erworbenen Schlepper umzusetzen und in Betrieb zu nehmen. Der E-Antrieb besteht im Wesentlichen aus Motor, Steuergerät und (Wechsel-)Batterien. Inzwischen werden vor Ort auch Schulungen für die Bäuerinnen und Bauern angeboten. “Der Schlepper wird in erster Linie für Pflügarbeiten in Kinymabulunge und zum Transport von Gütern eingesetzt. Strom wird über die bereits vorhandene PV-Anlage bezogen.” Der Praxistest hat gezeigt: Der Einachsschlepper entlastet die Menschen bei schwerer körperlicher Arbeit und trägt zum Klimaschutz bei.

Basis für Start-up
Der Wunsch der “Eine-Welt-Gruppe Schlins-Röns” ist es, weitere E-Schlepper für verschiedene Regionen Tansanias zu finanzieren. Daniel Bickel, Markus Erhard und Philipp Rigo streben die Gründung eines Start-up-Unternehmens “REB.SYSTEMS” an. Eine weitere Vision nimmt bereits Gestalt an: “Wir möchten gerne eine Fabrik aus Seefracht-Containern bauen: Dort sollen alle Komponenten vorhanden sein, die für den Bau der Einachsschlepper benötigt werden”, beschreibt Markus Erhard. 20 weitere Schlepper sollen vorerst gebaut und der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden, hier hofft Reinold Amann auf die Unterstützung vieler Spender und Sponsoren. Er verweist dabei auf die “Eine-Welt-Gruppe Schlins-Röns”. EM


Info gibt es unter www.eineweltgruppe.at oder per email unter spenden@eineweltguppe.at.


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