“Es zieht uns da hinein”

Erstmals wurde eine Ausstellung mit Druckgrafiken von Eva Hörschläger im Ländle eröffnet.
Schruns “Die Welt ist nichts als eine Leinwand für unsere Vorstellungskraft”, zitiert die Montafoner Artgenossen Plattform (MAP) den Schriftsteller Henry David Thoreau. Die MAP Kellergalerie in Schruns präsentiert derzeit Druckgrafiken von Eva Hörschläger aus dem Mostviertel in Oberösterreich. “Eva hat sich seit ihrer frühen Kindheit mit dem Zeichnen beschäftigt, aber bereits vor dem Jahr 2000 etliche Ausstellungen gehabt”, sagte MAP-Obmann Johann Trippolt jüngst bei der Vernissage. In ihrem Heimatbundesland wurde sie im Jahr 2003 mit Preisen ausgezeichnet. Öffentliche Ankäufe tätigten etwa die Länder Oberösterreich und Niederösterreich.

Einführende Worte zur Ausstellung sprach Therese Eisenmann, die versucht hatte, ihre Eindrücke von Eva Hörschlägers Kunst und auch ihr Verhältnis zur Kunst ihrer Kollegin zu beschreiben. Die Rednerin meinte, Eva Hörschläger müsse die Welt sehr gerne haben, dass sie diese male – “die Welt, wie sie sich uns zeigt in dieser Zeit der Brüche, Ungerechtigkeiten, Verletzungen, Machtgier und des Chaos. Und doch wieder in ihrer ganzen Schönheit.” Eva Hörschläger habe einen sehr nahen Bezug zu Johannes Kepler. Es gebe von ihm das Buch “Der Traum vom Mond”. Er, der eine Zeit lang in Linz gelehrt hatte, habe geahnt, dass die Menschen auf den Mond einst kommen werden. Zudem habe er die “Fünf Bücher über die Harmonik der Welt” geschrieben, in welchen er erstmals das Verhältnis der Planeten zur Welt aufschlüsselt.


Es gebe aber nicht nur Johannes Kepler, sondern ein Bild von der Natur, wie es sich uns zeigt, wenn man mit Empathie auf sie schaut. “Natur ist nicht irgendetwas Superschönes, sondern etwas sehr Lebendiges”, meinte Therese Eisenmann. Dieses Bild von Natur habe auch die ausstellende Künstlerin daheim an der Donau: “Die Schönheit und Klarheit von Meisterin Natur, gespiegelt in Pflanzen, im Wachstum, in der Anwesenheit von großen und kleinen Tieren.” Wer ihre Werke betrachte, werde “fast verschluckt von einem unruhigen, pulsierenden, fast atemberaubenden, aber dennoch schönen, ansprechenden, farblich und kompositorisch harmonischen Kosmos. Es zieht uns hinein in diese Welt.” Ihr sei dann, als könnte sie die Drehbewegung unseres Planeten spüren. “Und gleichzeitig das Unruhige, die stetige Veränderung.”

Lebendig und chaotisch
Eva Hörschläger eröffne die Sicht einer erfahrenen Künstlerin, Frau, Mutter und Großmutter, die sich mit feministischen wie philosophischen Fragen auseinandersetzt. Therese Eisenmann staunt, wie ihre Kollegin es schafft, “in dieser komplexen Beziehungswelt auch noch ihre breitgefächerte Sicht der Dinge auf die wartende Leinwand, die bereitgelegte Radierplatte und auf den Lithostein zu transformieren”. Sie selbst sage, dass genau diese Situation ihr die Bilder abringe und diese nicht entstehen könnten ohne das Lebendige, oftmals Chaotische. Die niemals endenden Überraschungen und zu erwartenden Brüche schafften “die Art von Spannungen, die uns nervös und durchlässig machen, zu Reflexion und Reaktion zwingen. Und neben all den Schönheiten und herzerwärmenden Dingen, den Begegnungen das Leben als abenteuerliche Reise erscheinen lassen”.

Musikalisch umrahmt hatten die Vernissage Michael Jörger und Armin Bronner. Am späteren Abend stellte die Künstlerin glücklich fest, eine “so große Aufmerksamkeit” wie bei der Ausstellungsführung im MAP habe sie “noch nie erlebt; der Abend war wunderschön”. SCO
Die MAP-Öffnungszeiten, die bis 28. Juni gelten: Freitag, Samstag und Sonntag von 17 bis 19 Uhr..






























