Würdigung für Maler Hubert Fritz

Zum 50. Todestag des Künstlers präsentierte Dieter Petras im Rathaus ein besonderes Buch.
Bludenz Aus Anlass des 50. Todestages des Bludenzer Malers Hubert Fritz ist ein Doppelband der Bludenzer Geschichtsblätter erschienen. Darin wird laut Stadt “das Leben und Werk dieses Künstlers erstmals umfassend gewürdigt”. Seine Bilder zeichneten sich “durch Konzentration, Ruhe und eine stille Beharrlichkeit aus – frei von Pathos, getragen von einer tiefen Verbundenheit mit Landschaft, Menschen und Orten”. Stefan Stachniß, Obmann des Geschichtsvereins der Region Bludenz, begrüßte ein paar Dutzend Kulturinteressierte zur kürzlichen Buchpräsentation, unter ihnen die Vorstandsmitglieder Otto Schwald, Univ. -Doz. Manfred Tschaikner und Thomas Gamon. Die “Geburtstagsband” mit Musikschuldirektor Thomas Greiner, Gertrud Kaufmann-Greiner, Sarah Greiner, Simona Marinier, Adeline Marinier, Margit Wurzer und Annika Wurzer begleitete musikalisch durch den Abend.

Wie Dieter Petras erzählte, habe Andreas Rudigier ihn vor mehr als zehn Jahren gefragt, ob er unter der Schirmherrschaft des Vorarlberg Museums eine Ausstellung über den Maler Hubert Fritz für die Galerie allerArt machen wolle. Er habe zugesagt, sich an die Arbeit gemacht und ein Offert gestellt. Doch weil er den Arbeitsumfang unterschätzt hatte, musste er nachverhandeln. Dieter Petras nistete sich für mehrere Wochen im einstigen Atelier des Künstlers in der Herrengasse ein. In einem Gespräch mit Dieter Petras habe Andreas Rudigier gemeint, dass die “wirklich guten Aquarellisten im Land sehr rar” seien; Hubert Fritz wäre einer davon. Andreas Rudigier sei es wichtig gewesen, zu verhindern, dass “ein Künstler von regionaler Bedeutung” in Vergessenheit gerät. Also gestaltete Dieter Petras die Ausstellung und legte das Werkeverzeichnis an. Die Ausstellung habe einen “schönen Erfolg” verzeichnet. Es sei eine wirklich wunderbare Arbeit gewesen. Er komme nicht aus der Kunstgeschichte, sondern aus der Geschichte und habe folglich ein für ihn neues Feld betreten.

Hubert Fritz wurde 1914, zu Beginn des Ersten Weltkriegs, geboren. Er habe aus einer Malermeisterfamilie gestammt und früh Kontakt mit den Materialien gehabt. Sein Talent habe sich früh gezeigt, seine Familie habe sein Talent gefördert und er durfte studieren. Er beendete sein Studium als akademischer Maler im Jahr 1939, kurz vor Kriegsausbruch. 1941 kam er an die Eismeerfront. In einem Gefecht gelang es ihm, sich totzustellen. Als er sich aufrappeln konnte, wurde er von seiner Kompanie noch zu anderen Arbeiten eingeteilt. Und als er nach einigen Tagen mit furchtbaren Schmerzen seine Stiefel auszog, waren seine Füße erfroren. Der Krieg war für ihn vorbei.

Als Kriegsinvalider bekam er von der Stadt Bludenz eine Stelle im Städtischen Bauamt. Nach einigen Jahren im Bauamt quittierte er diese Stelle, zu der Zeit war er bereits verheiratet, hatte eine Familie gegründet und das Haus in der Herrengasse bezogen. Und er wagte sich in das Risikobehaftete und wurde Künstler.
Hubert Fritz blieb auf einen engen Radius beschränkt – topografisch und geografisch. Hubert Fritz nahm auch Aufträge an für “Kunst am Bau”. Er schuf Vorlagen für Kirchenfenster in der Pfarrkirche Bings. Was man heute noch antreffen kann in “Kunst am Bau”, ist das St.-Floriansbild auf dem Feuerwehrhaus. Er hatte vor zehn Jahren ein wunderschönes Fassadengemälde auf dem Bahnhof Riedenburg, das inzwischen leider der Abrissbirne zum Opfer gefallen ist, wie so vieles eigentlich”, stellte Dieter Petras mit großem Bedauern fest. SCO




























