Vom ersten Probenton bis heute: 50 Jahre Treue zur Blasmusik

Als ältestes aktives Mitglied erlebt Hermann Marte den Wandel der Blasmusik mit.
Viktorsberg Als der Musikverein Viktorsberg im Jahr 1976 gegründet wurde, ahnte wohl niemand, welche Erfolgsgeschichte daraus entstehen würde. Einer, der von der ersten Stunde an dabei war, ist Hermann Marte. Der Viktorsberger gehörte damals zu den rund 25 Gründungsmitgliedern und ist heute das einzige Gründungsmitglied, das noch aktiv im Verein musiziert. Gleichzeitig ist er auch das älteste aktive Mitglied des Musikvereins.

Für seine 50-jährige aktive Mitgliedschaft wurde Marte vom Vorarlberger Blasmusikverband bereits mit dem Goldenen Verdienstzeichen ausgezeichnet. Eine Ehrung, die seinen außergewöhnlichen Einsatz für die Blasmusik würdigt.

“Dass man als Gründungsmitglied von Anfang an dabei war, hat natürlich einen riesengroßen Stellenwert”, erzählt Marte. Die ersten Jahre seien von viel Idealismus geprägt gewesen. Einige Musiker mussten damals zunächst überhaupt lernen, Noten zu lesen, bevor gemeinsam musiziert werden konnte. Geprobt wurde zunächst in der alten Schule, ehe später mit viel Eigenleistung das heutige Probelokal entstand. Der Bau des Vereinsheims zählt für Marte bis heute zu den prägendsten Momenten der Vereinsgeschichte.
Musikalisch hat Hermann Marte im Laufe der Jahrzehnte viele Stationen durchlaufen. Begonnen hat er auf dem Flügelhorn, später spielte er Bass und Posaune, ehe er wieder zu seinem ursprünglichen Instrument zurückkehrte. Auch außerhalb des Musikvereins war die Musik ein wichtiger Teil seines Lebens. In den 1980er-Jahren musizierte er sieben Jahre lang bei der Tanzmusik Frödischtaler. Sein Beruf als Jäger, die Familie und die zusätzlichen musikalischen Verpflichtungen ließen damals kaum Zeit für weitere Vereinsfunktionen.
Wenn er auf seine schönsten Momente zurückblickt, fällt ihm die Antwort nicht schwer. “Sicher die Gründung, das erste Gründungsfest und die vielen Ausflüge, die wir gemacht haben”, sagt Marte. Zahlreiche Musikfeste, Marschwettbewerbe sowie Reisen im In- und Ausland hätten die Kameradschaft innerhalb des Vereins geprägt. Besonders die gemeinsamen Erlebnisse seien über die Jahrzehnte hinweg in Erinnerung geblieben. In den vergangenen 50 Jahren hat er insgesamt zehn Kapellmeister erlebt.
Auch die Entwicklung der Blasmusik hat der Viktorsberger hautnah miterlebt. “In der Blasmusik hat sich sehr vieles geändert. Es gibt mehr Möglichkeiten, auch neue moderne Stücke zu spielen, und das ist auch der neue Weg”, sagt Marte. Die größere musikalische Vielfalt habe wesentlich dazu beigetragen, dass heute wieder viele junge Menschen den Weg zur Blasmusik finden.
Seine Frau Sabine, Tochter Priska sowie die Söhne Clemens und Florian sind ebenfalls aktiv beim Musikverein Viktorsberg engagiert.
Ans Aufhören denkt Hermann Marte trotz seines Jubiläums noch lange nicht. “Ich möchte noch so lange wie möglich aktiv bleiben. Es macht mir sehr viel Spaß und ich bin immer mit Begeisterung mit dabei”, sagt er.
Am Samstag, 6. und Sonntag, 7. Juni feiert der Musikverein Viktorsberg sein 50-jähriges Bestehen mit dem “Fuchzger Fäscht” beim Mehrzwecksaal im Dorfzentrum. Auf die Besucher warten Auftritte von Lesanka, Bömix, Zemmgwürfelt und der zNüne Musik, dazu kommen festliche Aufmärsche befreundeter Musikvereine sowie Partystimmung mit DJ Fesch im Barzelt. Für den Verein ist das Jubiläum nicht nur Anlass zum Feiern, sondern auch eine Würdigung jener Menschen, die den Musikverein über Jahrzehnte geprägt haben – allen voran Hermann Marte, der seit einem halben Jahrhundert mit Begeisterung in den Reihen des MV Viktorsberg musiziert. VN-TK

