In Satteins bebte der Tanzboden

Jung und Alt waren zum “Mit-Tanzen” im Schäflegarten eingeladen
Satteins Schon nach wenigen Minuten war klar: Wer an diesem Abend in den Schäflegarten nach Satteins gekommen war, würde nicht viel zum Sitzen kommen. Hände fanden sich, Kreise schlossen sich, Paare drehten sich über den Tanzboden. Und während die Musik die Menschen rasch erfasste, begann der Boden unter den Schritten der Tänzerinnen und Tänzer förmlich zu beben.

Jung und Alt waren zum “Mit-Tanzen” gekommen. Vorbild ist die europäische Volkstanzkultur “Bal Folk”. Getanzt werden Paar-, Ketten- und Kreistänze zu Live-Musik. Vorkenntnisse braucht niemand, auch keinen festen Tanzpartner. Die Schritte werden erklärt und gemeinsam ausprobiert. Angeleitet wurde der Abend von Aleksandra Vohl und Arndt Rössler. Gemeinsam führten sie die Teilnehmer durch Tänze wie Auftanz, Walzer, Schottisch, Fröhlicher Kreis oder Chapelloise.

Das Herz ging auf
Für Aleksandra Vohl ist das gemeinsame Tanzen weit mehr als eine Freizeitbeschäftigung. Die Musik- und Tanzpädagogin lernte die Gruppentänze bereits während ihres Studiums kennen. Richtig gepackt hat sie die Begeisterung jedoch bei einem Festival in Frankreich. “Der Tanzboden hat gebebt – wie heute hier im Schäflegarten. Ich habe diese Energie gespürt”, erzählt sie. Das Besondere am Mit-Tanzen sei für sie, dass man sich nicht einfach nur bewege. “Man lebt das Tanzen.” Auch für Arndt Rössler gehört das Tanzen seit seiner Kindheit zum Leben. “Meine Mutter war Tanzlehrerin. Bei uns zu Hause wurde immer getanzt. So habe ich das schon als Kind mitbekommen”, erzählt der Theatermann. Das gemeinsame Tanzen sei für ihn bis heute eine große Inspirationsquelle. “Wir sind hier ein bunt gemischter Haufen, jeder ist anders. Diese Vielfalt macht den besonderen Reiz aus.” Was die Menschen immer wieder zu den Veranstaltungen zieht, lässt sich für beide leicht beschreiben: “Beim Tanzen geht einem das Herz auf – es ist eine Verbindung zu sich, zum Raum, zu den Menschen. Die Energie fließt durch alle hindurch.”

Gastmusiker herzlich willkommen
Für die mitreißenden Melodien sorgte ein großes Musikerensemble rund um Evelyn Fink-Mennel. Gemeinsam mit Irma-Maria Troy und Matthias Härtel bildet sie den musikalischen Kern der Gruppe. Dabei sind ausdrücklich auch Gastmusiker willkommen. Wer ein Instrument mitbringt, darf mitspielen. Dass das funktioniert, überrascht viele. “Man lernt das wie früher – die Melodien, die Abläufe. Wenn man ein paar Mal dabei ist, kann man plötzlich zehn Stücke”, erzählt Fink-Mennel. Gesungen wird selbstverständlich ebenfalls. Und gelacht. Denn Humor gehört genauso dazu wie Musik und Tanz. Wie ansteckend die Begeisterung sein kann, zeigte Oliver Köb. Mit seinem Banjo reiste er eigens aus Friedrichshafen an. “Ich war so begeistert von der Veranstaltung bei uns draußen. Das macht so viel Spaß, da wollte ich einfach wieder dabei sein”, sagt er.

Bewirtung durch die Trachtengruppe Satteins
Vor Ort sorgte die Trachtengruppe Satteins nicht nur für die Organisation. Die Mitglieder spielten selbst auf und luden zum Mittanzen ein. In den Tanzpausen versorgten sie die Gäste mit kühlen Getränken und regionalen Köstlichkeiten. Was einst in einigen Gastwirtschaften begann, hat sich längst zu einer landesweiten Bewegung entwickelt. Jahr für Jahr zieht das Mit-Tanzen durch Vorarlberg. Die nächsten Stationen stehen bereits fest: Am 2. Oktober wird in Schruns aufgespielt, am 6. November in Bizau. Und vermutlich wird dann auch dort der Tanzboden wieder ordentlich beben. MON








