“Er darf wachsen und wild sein”: Was Conny Wascher am Kneippgarten schätzt

Der Kneippgarten in Klösterle ist heuer Teil des Alpinen Wasser Festivals – und feiert zugleich sein fünfjähriges Bestehen. Conny Wascher erzählt, wie aus einer brachliegenden Fläche ein Naturidyll wurde.
Klösterle Der Kneippgarten in Klösterle ist ein kleines Naturidyll. Beim Alpinen Wasser Festival im Klostertal von 2. bis 5. Juli darf ein Besuch im Kneippgarten nicht fehlen. Hier findet am Donnerstag, 2. Juli, der Aperitif im Rahmen der Genussrallye statt. Außerdem können Interessierte am 3. Juli um 10 Uhr mehr über den Kneipp-Pfarrer Sebastian Kneipp und den Kneipp-&-Relax-Garten erfahren. Dabei lernen sie verschiedene Kneipp-Anwendungen wie Wassertreten, Armbäder und den Barfußweg kennen.


Cornelia Wascher, Obfrau des Kneipp-Aktiv-Clubs Klostertal, sagt, dass die fünf Säulen Kneipps im Garten abgebildet seien: Wasser, Bewegung, Ernährung, Pflanzen und Lebensordnung. Hier finde man “eine naturnahe Erholung für alle Sinne”. Rob Lems hat den Kneippgarten entworfen und pflegt ihn bis heute. “Er ist unser Landschaftsplaner und Mastermind”, sagt Conny Wascher.


Fünfjähriges Jubiläum
2019 wurde der Kneippgarten geplant, 2020 gebaut und im Juni 2021 eröffnet. Somit feiert der Kneippgarten heuer sein fünfjähriges Bestehen. Früher gab es hier einen Minigolfplatz, der aufgrund seines fortgeschrittenen Alters 2014 abgebaut wurde. Einen neuen zu errichten und zu betreiben, wäre jedoch sehr kostenintensiv gewesen, weshalb man sich dagegen entschied.


Auf die Idee, auf der brachliegenden Fläche einen Kneippgarten zu errichten, kam Wascher wegen eines maroden Kneippbeckens am Waldrand. “Das war winzig und undicht. Das hat man dann entsorgt”, erinnert sich Wascher. Zunächst fand sie die Idee, ein neues Kneippbecken zu errichten, “altbacken”. Nach eingehender Recherche kam sie jedoch zum Schluss, dass ein Kneippbecken perfekt zum Klostertal passe: “Wasser, Stein, Natur: Hier ist alles vorhanden”, sagt die Klostnerin.


In der Mitte ein Kraftplatz
Im Kneippgarten wachsen knapp 3000 Sträucher, Blumen und Bäume, darunter Beeren, Heilkräuter und Obstbäume. Die Gemeinde hat die Anlage finanziert. Ein kleines steinernes Amphitheater bildet den “Kraftplatz” und dient als Veranstaltungsort. Hier kann man sich hinsetzen und innehalten, dem Wasser lauschen und die Ruhe auf sich wirken lassen. Jeden Dienstag um 8:30 Uhr findet in den Sommermonaten auf der Wiese Yoga statt.


Rund 60 Personen haben damals ehrenamtlich mit angepackt, große Steine für den Steingarten verlegt, einen Wasserfall angelegt und mehrjährige Blumen gepflanzt. Der naturnahe Kneippgarten gegenüber dem Almwasserpark wurde so konzipiert, dass er kaum Pflege benötigt. “Er darf wachsen und wild sein”, sagt Wascher.


Wascher hatte davor nichts mit dem Kneippen zu tun. “Ich habe ein Wasserseminar besucht und mich mit der Materie befasst.” Heute ist sie überzeugte Kneippianerin. Interessierte können beim Verein Kneipp-Lehrgänge buchen und lernen, wie man im Storchenschritt durch das Wasser geht – die wohl bekannteste Kneipp-Anwendung. “Kneippen kann jeder”, sagt Conny Wascher, die fast täglich im Kneippgarten anzutreffen ist. Das sei ihre “Nachmittagserfrischung”. Den Kneippgarten nutzen Einheimische ebenso wie Gäste. Er sei “eine Bereicherung für das Dorf”.













