Musikalische Brücke übers Mittelmeer

Zwischen Faszination und Flucht: “Meerblick” als Konzertkonzept mit Streichquartett.
FFELDKIRCH Aus den brisanten Themen Identität und Flucht, klassischen Werken des spanischen Impressionismus und traditioneller Musik des Maghreb entwickelte die Musikerin Paula Barrocal Esquivias an der Stella Vorarlberg ein ganzheitliches Konzertprojekt, das Musik von beiden Seiten des Mittelmeers zum Gesamtkunstwerk verband und bei der Aufführung im Antiquariat Chybulski begeisterte.

Vermeintliche Idylle
Umgeben von scheinbarer Idylle mit Sand und Sträuchern des Mittelmeers war die Bühne für das Streichquartett vor dem Hintergrund einer blauen Wand, die das weite Meer symbolisierte und mal mit Poesie, dann wieder mit tödlicher Statistik aufwartete, gerichtet.

Das einstündige Konzert bestritten Raul Campos und Patricia Cordero an der Violine, Martin Moriarty an der Viola und Nigel Thean am Violoncello. Zum Auftakt erklangen die “Acuarelas Valencianas” von Eduardo López Chavarri, Aquarelle voller mediterraner Wärme, sonnendurchflutet und von tänzerischer Leichtigkeit geprägt. Eduard Toldrà Solers “Vistes al Mar” lenkte den Blick aufs offene Meer. Von dort spannte sich der Bogen übers Mittelmeer nach Nordafrika zu traditionellen arabischen Klängen. Alexey Kochetkov vertonte die Sahara und Dahman Elharrachi fragte “Ya Rayeh Win Msafer”, “O Reisender, wohin gehst du?”, ein nachdenkliches Lied über Auswanderung.

Elegant und ornamentreich folgte “Lama Bada Yatathanna”, ein Liebeslied voller Anmut. Antón García Abrils Gesänge über die Flut zeichneten Gezeiten, Wellen und Wind nach. Effektreich wurde das Meer im Rücken durch einen Ventilator mit Wellen aufgewühlt. Sehnsüchtig erklang “La niña que se va al mar”, ehe zum Finale mit “Et in terra pax” eine Friedensbotschaft folgte. Hierbei begeisterte Raul Campos mit einem atemberaubend facettenreichen Violinensolo.
“Die Werke wurden sorgfältig ausgewählt, um die Ideen umzusetzen”, erklärt die Violinistin Paula Barrocal Esquivias, die aus Alicante stammt und die Ankunft von Flüchtlingsbooten selbst erlebt hat.
Begeistertes Publikum
Das Spiel des Streichquartetts, verbunden mit dem Bühnenbild von Lida Guillem und dem Lichtdesign von Michael Gmeiner, begeisterte die Zuhörer im Antiquariat Chybulski wie Impulse Stiftung Gründerin Dr. Jutta Gnaiger-Rathmanner und Violinistin Karin-Regina Florey. HE







