Alpe Ischkarnei lädt zum Entdecken ein

Heimat / 08.07.2026 • 14:00 Uhr
4.	Verkostung der Sufi
Frisch aus dem Käsekessel: Bei der Exkursion auf der Alpe Ischkarnei wurde traditionelle Käseherstellung erlebbar. HAB

Exkursionen zeigen die Arbeit auf der Alpe und die Vielfalt der Bergkräuter.

Sonntag Die Alpe Ischkarnei im Großen Walsertal blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits seit dem 14. Jahrhundert wird die auf 1586 Metern gelegene Alpe bewirtschaftet. Ihr Name geht auf die keltischen Begriffe „Eschga“ (Bergweide) und „Nei“ (Schnee) zurück und bedeutet so viel wie „Schneeflucht“. Ursprünglich gehörte sie zum hochgelegenen Alpkomplex Schadona.

1.	Alpe Ischkarnei, in der Mitte der Glatmar
Die Alpe Ischkarnei, in der Mitte der Glatmar.Hans Bösch

Die Walser brachten einst die Dreistufenwirtschaft ins Tal – vom Heimgut über das Maiensäß bis hin zur Alpe. Heute verbringen 24 Milchkühe sowie 84 Stück Galtvieh der Rassen Montafoner Braunvieh und Tiroler Grauvieh den Sommer auf Ischkarnei. Dazu kommen 35 Ziegen und 20 Schafe. Für die Tiere bedeutet die Alpung Erholung auf kräuterreichen Weiden, für die Älpler hingegen arbeitsreiche Monate voller Verantwortung.

3.	Führung durch Max Albrecht(in der Mitte)
Bei der Exkursion auf der Alpe Ischkarnei erklärte Meistersenn Max Albrecht den Teilnehmern die Vielfalt der Alpkräuter und ihre Bedeutung für Tiergesundheit und Käsequalität.

Meistersenn Max Albrecht verarbeitet die Milch täglich zu zwei rund 35 Kilogramm schweren Bergkäselaiben. Die große Vielfalt an Gräsern und Kräutern verleiht dem Käse seinen unverwechselbaren Geschmack. Vorarlberg ist nicht ohne Grund Österreichs bedeutendstes Hartkäseland – rund 60 Prozent der heimischen Produktion stammen aus dem Ländle.

5.	Reifer Bergkäse
Reifer Bergkäse kann verkostet werden.

Im Rahmen von Exkursionen erfahren Besucher Wissenswertes über Futter-, Heil- und Zeigerpflanzen sowie deren Bedeutung für Tiergesundheit und Käsequalität. Die Veranstaltungen machen zugleich das Leitmotiv des Biosphärenparks Großes Walsertal – „Naturschutz durch Naturnutzung“ – erlebbar. Eine standortgerechte Bewirtschaftung trägt wesentlich dazu bei, die artenreichen Alpweiden langfristig zu erhalten.

Auch die bei der Käseherstellung anfallende Molke wird genutzt. Aus ihr entstehen traditionelle Spezialitäten wie Sig – eine karamellisierte Süßspeise – oder Ziger, der aus dem Molkeneiweiß gewonnen wird.

Die Alpe Ischkarnei ist zu Fuß von Buchboden oder vom Parkplatz Rotenbrunnen sowie mit dem Mountainbike erreichbar. Während der Sommersaison verkehren zudem jeweils dienstags und donnerstags Alpbusse. Auf Wunsch können die Exkursionen mit einer Verkostung regionaler Alpprodukte abgeschlossen werden. HAB

Alpbus zur Alpe Ischkarnei verkehrt im Sommer dienstags und donnerstags ab Buchboden-Kirche. Anmeldung für Bus und Exkursion jeweils bis zum Vortag (20 Uhr) bei Alpmeister Konrad Burtscher unter Tel. 0664 44 930 77.