Vom Zwischenstopp zur Feldkircher Erfolgsgeschichte

Bernhard „Grizzly“ Grissmann prägte den Feldkircher Handball nach Erfolgen mit Bregenz.
Feldkirch Bernhard “Grizzly” Grissmann wollte 2008 eigentlich nur ein neues Kapitel beginnen. Nach erfolgreichen Jahren bei Bregenz Handball mit sieben Meistertiteln, vier Cupsiegen, Einsätzen in der Champions League und acht Länderspielen für Österreich führte ihn sein Weg nach Feldkirch, wo der Verein damals noch in der württembergischen Landesliga spielte. Dass aus diesem Wechsel eine fast zwei Jahrzehnte dauernde Erfolgsgeschichte werden würde, hätte der ehemalige Kreisläufer damals selbst nicht erwartet.

Schon zwei Jahre nach seiner Ankunft übernahm Grissmann zusätzlich die Rolle des Spielertrainers und führte die Mannschaft in der Saison 2010/11 zu ihrem bis dahin größten Erfolg im Herrenhandball seit dem Wechsel in die Halle. Feldkirch belegte Rang zwei in der Landesliga und kämpfte um den Aufstieg in die starke Württembergliga. Zwar blieb der Sprung letztlich aus, dennoch etablierte sich der Verein in dieser Zeit als klare Nummer drei im Vorarlberger Herrenhandball hinter Bregenz und Hard.

Unter Grissmann entwickelte sich ein Team, das vor allem auf Eigenbauspieler setzte und weit über die Landesgrenzen hinaus Respekt erarbeitete. Feldkirch gewann den VHV-Cup mehrfach in Serie und sorgte im ÖHB-Cup immer wieder für Überraschungen, wenn Bundesligisten aus dem Bewerb geworfen wurden. “Grizzly war ein absoluter Teamplayer, ein sehr kollegialer Typ – einfach eine tolle Persönlichkeit. Er schaffte es damals, eine Mannschaft aus vorwiegend Eigenbauspielern zu formen. Es herrschte ein unglaublicher Teamspirit”, sagt Johannes Khüny.
Nach dem Ende seiner Trainerlaufbahn blieb Grissmann dem Club eng verbunden. Als sportlicher Leiter der Herren, Spieler der zweiten Mannschaft und Vorstandsmitglied brachte er sich unermüdlich ein. Seit zwei Jahren steht er im Ausschuss an vorderster Front und gestaltet die Entwicklung des Vereins weiterhin aktiv mit.
Besonders emotional wurde es bei der Feier zum 80-jährigen Bestehen des Vereins. In seiner Ansprache dankte Grissmann seiner Frau Isabella sowie den Kindern Rosalie und Raphael für ihre Unterstützung und das Verständnis für seinen unermüdlichen Einsatz. Aus dem Bregenzer Handball-Urgestein ist längst ein Feldkircher geworden, der den Verein über viele Jahre auf und neben dem Parkett entscheidend mitgeprägt hat. VN-TK