„Es war ein Akt“: Wie 25 Helfer das neue Gipfelkreuz auf den Berg brachten

Vor 40 Jahren stellten die Pfadfinder Montafon das erste Kreuz auf der Geißspitze auf. Nun kehrten sie mit einem neuen zurück – und setzten dabei erneut auf Muskelkraft.
Tschagguns 40 Jahre lang thronte das Gipfelkreuz auf der Geißspitze (2334 Meter). Jetzt war es an der Zeit, das von der Witterung gezeichnete Kreuz durch ein neues zu ersetzen. Die Geißspitze ist der Hausberg der Lindauer Hütte und der letzte Berg auf dem Golmer Höhenweg. Die Pfadfinder Montafon kamen vor 40 Jahren auf die Idee, auf der bis dahin kreuzlosen Geißspitze ein Gipfelkreuz aufzustellen. Doch im Laufe der Jahre wurde es morsch. Deshalb nahmen die Pfadfinder das Jubiläum zum Anlass, gemeinsam mit Fritz Holzbau ein neues Gipfelkreuz zu entwerfen.


„Allzeit bereit“, das Motto der Pfadfinder, steht auf dem Gipfelkreuz. Auch die Jahreszahlen 1986 und 2026 wurden eingeschnitzt. Das neue Gipfelkreuz entspricht dem bisherigen und besteht ebenfalls aus Lärchenholz. Das Fundament wurde ausgebessert und die Querbalken mit Blech verkleidet, damit kein Blitz einschlagen kann.


Die Jugendstufe CaEx der Pfadfinder Montafon, Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren, fertigte das Gipfelkreuz in der Zimmerei an und erhielt dabei professionelle Unterstützung von Zimmermännern. Das Projekt, dessen Idee bereits im vergangenen Herbst entstand, konnte nur umgesetzt werden, weil alle mit anpackten.

170 Kilogramm schwer
Das Kreuz, bestehend aus acht Brettern, wurde mit reiner Muskelkraft am 22. August auf den Gipfel getragen. Insgesamt wiegt das Kreuz 170 Kilogramm. Die 25 Helfer teilten sich die Last bestmöglich auf. Denn nicht nur die acht Bretter mussten hinaufgetragen werden, sondern auch Wasser und Zement für das Fundament. „Und auch die Jause durfte nicht fehlen“, sagt Yvonne Grohs, Schriftführerin der Pfadfinder. „Es war uns wichtig, das Kreuz hinaufzutragen“, so wie es die Pfadfinder bereits vor 40 Jahren getan hatten. Obmann Rudi Czegka und Werner Amann waren bereits bei der Errichtung des ersten Gipfelkreuzes dabei und halfen nun erneut mit.


Das Kreuz wurde erst am Gipfel aufgebaut. Dafür war eine Leiter notwendig, die ebenfalls hinaufgetragen werden musste. Die Stahlschellen des alten Kreuzes konnten wiederverwendet werden. Der Balken wurde in den noch gut erhaltenen Stahlschuh gesteckt, der damals einbetoniert worden war. „Es war ein Akt, aber wir haben es hinbekommen“, sagt Grohs. „Die Rucksäcke waren schwer und jeder hatte etwas zu tun.“ Bis zur Alpe Spora konnten die Helfer mit dem Auto fahren, sodass sich der Aufstieg auf 540 Höhenmeter und 2,63 Kilometer beschränkte. Etwa auf halber Strecke legten sie eine Pause ein und wechselten sich beim Tragen der Bretter ab. Mit Ausnahme der waagrechten Bretter, die kürzer waren, mussten die Bretter aufgrund ihrer Länge jeweils von zwei Personen getragen werden.


Die Aktion wurde von der Gemeinde Tschagguns, der Feuerwehr Tschagguns und der Bergrettung Schruns-Tschagguns unterstützt. Das Holz wurde von Fritz Holzbau gesponsert. Im neuen Gipfelbuch haben sich die Errichter mit ihren Unterschriften verewigt. Auch eine Gipfelmesse ist geplant. Der genaue Termin muss allerdings noch mit der Kirche abgestimmt werden.







